Unsere Rolle in der Zwischenfruchtzüchtung

Zwischenfrüchte haben bei der DSV eine lange Tradition, sie begleiten uns in unserer 100-jährigen Geschichte maßgeblich . Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, Begrünungen zu entwickeln, die die Hauptfrüchte in der Fruchtfolge bestmöglich unterstützen. Wir sind der Überzeugung, dass Pflanzengesellschaften viele Möglichkeiten bieten, Ressourcen effizienter zu nutzen und Kreisläufe zu schließen. Grundlage ist die positive Wirkung von Zwischenfrüchten auf Bodenstruktur, Humusaufbau, Wasserhaushalt, Mikrobiom (Gesamtheit der Mikroorganismen) und den Nährstoffhaushalt. Dabei ist es wesentlich, welche Arten und Sorten zusammenkommen. Besser gesagt: Mischung ist nicht gleich Mischung und auch Sorte ist nicht gleich Sorte. Das ist der Grund, warum wir die Zwischenfruchtzüchtung in den letzten Jahren intensiviert haben. Bekannt ist unsere Initiative durch das Markenprogramm TerraLife®, das seit mehr als 15 Jahren mit artenreichen Zwischenfrüchtmischungen für die Bodengesundheit und Nachhaltigkeit steht.

 

 

Team der Zwischenfrucht-Züchter, Ven-Zelderheide

Foto von "Bei Zwischenfrüchten haben wir alle Freiheitsgrade über die Züchtung und das Endprodukt." Nic Boerboom, DSV Züchter für Zwischenfrüchte

"Bei Zwischenfrüchten haben wir alle Freiheitsgrade über die Züchtung und das Endprodukt." Nic Boerboom, DSV Züchter für Zwischenfrüchte

Die Entwicklung einer neuen Sorte

Schwerpunkt Leguminosen

Ein Schwerpunkt der DSV Zwischenfruchtzüchtung liegt auf den Leguminosen. Um den vielfältigen Anforderungen des Ackerbaus zu begegnen, werden Pflanzengesellschaften benötigt, die die Hauptfrüchte unterstützen – Leguminosen haben hier eine Schlüsselfunktion, da sie einerseits die Stickstofffixierung unterstützen und andererseits äußerst vorzüglich für die Bodenfruchtbarkeit sind.

In der Gesamtheit züchten wir 15 Arten: 

  • Alexandriner Klee
  • Inkarnatklee
  • Felderbse
  • Wicken
  • Phacelia
  • Leindotter
  • Usw.

Unsere Zuchtziele sind vielfältig

Für das Zuchtziel Zwischenfruchtnutzung werden die Sorten insbesondere auf die Eignung innerhalb einer Zwischenfruchtmischung untersucht. Hier kommt es beispielsweise auf ihre Komplementarität gegenüber anderen Mischungspartnern an. Ebenfalls spielt die Früh- oder Spätsaatzeiteignung eine Rolle, da sie in bestimmten Mischungen eher für die Frühsaat, in anderen eher für die Spätsaat geeignet sein sollen. 

Im Züchtungsprozess wird das Zuchtmaterial außerdem auf die Eignung für Bei- und Untersaaten untersucht und beschrieben. Eine Sorte für die Bei- / Untersaat sollte nicht mit der Hauptfrucht konkurrieren und deshalb eher unterständig wachsen. So sollte hierfür besonders das Merkmal Beschattungstoleranz ausgeprägt sein. Diese zeichnet sich durch gesundes Wachstum unter mangelnden Lichtverhältnissen aus. In Schattenversuchen testen wir dieses Verhalten der Sorten ab.

 

Warum sind Sorten mit spezifischen Eigenschaften in der Zwischenfruchtmischung wichtig?

Im Mischungsanbau hat jede Art eine Aufgabe z. B. Stickstofffixierung, gute Bestandesetablierung und Bodendeckung, intensive Wurzelbildung und Pflanzengesundheit. Innerhalb der Arten gibt es eine hohe Differenzierung der gewünschten Merkmalsausprägungen.

In neuen Sorten werden die gewünschten Merkmalsausprägungen, die für den Gesamtbestand wichtig sind, genetisch fixiert. Damit sorgen sie für die sichere Ausprägung der Art im Feldbestand. Der Landwirt erhält somit mit TerraLife® Mischungen Saatgut, das die Ansprüche an eine Zwischenfrucht zuverlässig erfüllt. 

 

Schritte der Züchtung

Bei Zwischenfrüchten kann es sich um Selbst- oder Fremdbefruchter handeln. Entsprechend kommen züchterische Ansätze zur Anwendung, die typischerweise auch bei Getreide, Futter- oder Rasengräsern zu finden sind. Kreuzung und Selektion von Einzelpflanzen dominieren. Die Abfolge der Züchtungsschritte stellt sich wie folgt dar:

  1. Kreuzung von ausgewählten Elternlinien
  2. Selektion von Nachkommen in den spaltenden Generationen, die zum Zuchtziel passen (z. B. gute Bestandesetablierung und Bodendeckung, intensive Wurzelbildung und Pflanzengesundheit)
  3. Genetische Fixierung bester Sortenkandidaten und Samenertragsprüfung
  4. Anmeldung zur Zulassung und amtliche Prüfung (Wertprüfung, Registerprüfung)
  5. Zulassung und Sortenaufbau
Ist das einZwischenfrucht Bild?

Nach welchen Kriterien werden die Sorten für TerraLife® Mischungen ausgesucht?

Sorten werden im Hinblick auf die gegenwärtigen Ansprüche der Landwirtschaft und der Herausforderungen im Ackerbau ausgewählt: Was braucht es, um Fruchtfolgeerfordernissen, Boden- und Witterungsbedingungen, Krankheitsauftreten, aber auch politischen Auflagen im Pflanzenbau zu entsprechen? Können unsere aktuellen Sorten all diese Forderungen erfüllen?

Das Ergebnis unserer Arbeit sind hochwirksame Mischungen für den Zwischenfruchtanbau, Bei- und Untersaaten, die unter der Marke TerraLife® vermarktet werden. Bestätigt wurde unser Konzept der artenreichen Mischungen durch das Forschungsprojekt CATCHY.  Hier konnte wissenschaftlich belegt werden, dass ein gezielter Zwischenfruchtbau signifikant die Ertragsfähigkeit und Bodenfruchtbarkeit fördert. 

 

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