08. Juni 2026
870 Wörter | 6830 Zeichen


Gemeinsame Presseinformation
Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) und Deutsche Saatveredelung AG (DSV)

DSV-Rapszuchtstation erhält als erste Saatzuchtstation das DLG-Zertifikat „Nachhaltiger Ackerbau“

Gemeinsames Pilotprojekt von DLG und DSV überträgt den fachlich fundierten DLG-Nachhaltigkeitsstandard auf eine vorgelagerte Stufe der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette – DSV dokumentiert nachhaltige Züchtungsprozesse am Standort Salzkotten-Thüle.

Die Saatzuchtstation der DSV am Standort Salzkotten-Thüle.

Die DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) und die Deutsche Saatveredelung AG (DSV) setzen gemeinsam ein Zeichen für Nachhaltigkeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette Agrar und Ernährung und zukunftsfähige Pflanzenzüchtung: Als bundesweit erste Saatzuchtstation eines Pflanzenzüchters wurde die zentrale DSV-Rapszuchtstation in Salzkotten-Thüle (Nordrhein-Westfalen) mit dem DLG-Zertifikat „Nachhaltiger Ackerbau“ ausgezeichnet. Im Rahmen eines gemeinsamen Pilotprojekts wurde das etablierte Zertifizierungssystem der DLG auf die spezifischen Arbeits- und Produktionsprozesse einer modernen Saatzuchtstation übertragen.

Der DLG-Standard „Nachhaltiger Ackerbau“ wurde mit unabhängigen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Beratung und landwirtschaftlicher Praxis entwickelt und kontinuierlich weiterentwickelt. Er bewertet Nachhaltigkeit anhand von 23 fachlich fundierten Indikatoren aus den Bereichen Ökologie, Ökonomie, Soziales und Management. Die erfolgreiche Zertifizierung der DSV-Saatzuchtstation zeigt nun erstmals, dass der Standard auch über den klassischen Ackerbau hinaus auf vorgelagerte Stufen der Wertschöpfungskette Landwirtschaft und Lebensmittel ausdehnbar ist.

„Mit der Zertifizierung der DSV-Rapszuchtstation in Salzkotten-Thüle zeigen wir gemeinsam, wie tragfähig und praxisnah der DLG-Standard ‚Nachhaltiger Ackerbau‘ ist“, sagt Rudolf Hepp, Geschäftsführer der DLG TestService GmbH, die das Zertifikat Nachhaltiger Ackerbau erteilt. „Der Standard steht für fachliche Unabhängigkeit, wissenschaftliche Fundierung und hohe Aussagekraft. Dass er sich erfolgreich auf die Prozesse einer Saatzuchtstation übertragen lässt, ist ein starkes Signal: Nachhaltigkeit endet nicht am Hoftor, sondern betrifft die gesamte Wertschöpfungskette – von vorgelagerten Bereichen wie der Pflanzenzüchtung bis perspektivisch auch in nachgelagerte Stufen.“ 

DSV-Saatzuchtstation Salzkotten-Thüle: Innovation im Winterraps seit über 50 Jahren
Die Saatzuchtstation Salzkotten-Thüle ist der zentrale Kompetenzstandort der Winterrapszüchtung der DSV. Seit 1974 arbeitet die DSV dort an neuen, leistungsstarken Sorten, die Ertragssicherheit, Ressourceneffizienz und Klimaresilienz miteinander verbinden. Auf einer Betriebsfläche von rund 170 Hektar – davon etwa 155 Hektar Versuchsfeld- und Zuchtgartenfläche – bearbeiten die Züchterinnen und Züchter jedes Jahr tausende Einzelpflanzen, Kreuzungen und innovative Hybridkombinationen. Die Station verfügt über eine hochentwickelte Infrastruktur: mehr als 2.000 Quadratmeter klimatisierte Gewächshausfläche, Klimakammern zur Vernalisation, ein hochmodernes Qualitätslabor für DNA-, Protein-, DH- und Markeranalysen sowie modernste Lager- und Maschinenhallen. Am Standort arbeiten rund 100 Mitarbeitende, darunter Auszubildende, Festangestellte und Saisonkräfte.

„Die Landwirtschaft der Zukunft benötigt Sorten, die Ertragssicherheit mit hoher Ressourceneffizienz und Klimaresilienz verbinden. Dass wir diesen nachhaltigen Anspruch nicht nur im Zuchtziel verfolgen, sondern bereits im täglichen Zuchtprozess auf unseren Stationen leben, dokumentiert das DLG-Zertifikat eindrucksvoll“, heißt es seitens des DSV-Vorstands. „Es ist außerdem ein neutraler und glaubwürdiger Nachweis unserer ESG-Initiativen gegenüber Stakeholdern wie Behörden, Nachbarn und Banken.“

Nachhaltigkeitszertifizierung als Baustein für zukunftsfähige Wertschöpfung
Landwirtschaftliche Betriebe sowie Unternehmen und Organisationen der Agrar- und Ernährungswirtschaft müssen Nachhaltigkeitsleistungen transparent dokumentieren. Anforderungen aus Lieferketten, Finanzwirtschaft, Handel und Industrie machen belastbare Kennzahlen und glaubwürdige Nachweise erforderlich. Der DLG-Standard „Nachhaltiger Ackerbau“ bietet hierfür eine strukturierte, unabhängige und praxisorientierte Grundlage. Die Bewertung erfolgt anhand der 23 Indikatoren ziel- oder maßnahmenorientiert in Schulnotensystematik. Für die Zertifizierung wurden Zielwertbereiche entwickelt, mit denen der Nachhaltigkeitsstatus eines Betriebes oder – wie im Pilotprojekt mit der DSV – einer spezifischen betrieblichen Einheit ermittelt werden kann. Der Zertifizierungsprozess umfasst eine detaillierte Bewertung, regelmäßige Überprüfungen und transparente Berichterstattung.

 „Land- und Lebensmittelwirtschaft benötigen belastbare Nachhaltigkeits-Standards, die wissenschaftlich fundiert, unabhängig entwickelt und zugleich praktisch anwendbar sind. Das gemeinsame Projekt mit der DSV zeigt, wie solche Standards Innovation ermöglichen und Orientierung geben können“, betont Rudolf Hepp. 

Signalwirkung für die Saatgutbranche
Mit der erfolgreichen Auditierung der Rapszuchtstation Salzkotten-Thüle übernehmen DSV und DLG gemeinsam Pionierarbeit für die Saatgutbranche. Die Zertifizierung macht sichtbar, dass nachhaltige Pflanzenzüchtung nicht nur über Zuchtziele wie Ertrag, Stabilität oder Ressourceneffizienz wirkt, sondern auch über die Organisation und Durchführung der Zuchtprozesse selbst.

Weitere Informationen: dlg-nachhaltigkeit.info 

Abdruck frei, Beleg erbeten

Ansprechpartner DSV

Carmen Fiedler
ESG Management
Telefon: +49 2941 296-236
Email: carmen.fiedler@dsv-saaten.de 

Ansprechpartner DLG


Stefanie Pionke

Bereichsleiterin Content (Presse und redaktionelle Angebote)
Telefon: +49 69 24788-428
Email: s.pionke@DLG.org  

Guido Oppenhäuser
Leiter Kommunikation und Marketing
Telefon: +49 69 24788-213
g.oppenhaeuser@dlg.org  

DLG. Fortschritt und Nachhaltigkeit in Landwirtschaft und Lebensmittelwirtschaft

Die DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft e.V.), 1885 von Max Eyth gegründet, steht für Produktivität und Ressourcenschutz in einer nachhaltigen und innovationsfreundlichen Wertschöpfungskette Agrar und Ernährung. Ziel der DLG ist, mit Wissens-, Qualitäts- und Technologietransfer den Fortschritt zu fördern. Die DLG hat mehr als 31.000 Mitglieder, sie ist gemeinnützig, politisch unabhängig und international vernetzt. Als eine der führenden Organisationen ihrer Branche organisiert die DLG Messen und Veranstaltungen in den Bereichen Landwirtschaft und Lebensmitteltechnologie und testet Lebensmittel, Landtechnik sowie Betriebsmittel. Die DLG steht mit ihrem Fachzentrum für Landwirtschaft und Lebensmittel sowie den Medien der DLG-Verlage für unabhängigen Know-how-Transfer. Darüber hinaus erarbeitet die DLG in zahlreichen nationalen und internationalen Experten-Gremien Lösungen für die Herausforderungen der Land-, Agrar- und Lebensmittelwirtschaft.
www.dlg.org 

Deutsche Saatveredelung AG (DSV)

Die DSV steht als Pflanzenzüchtungs- und Saatgutunternehmen für Forschung, Züchtung, Produktion und Vertrieb aus einer Hand: Mit ca. 770 Mitarbeitern in 8 Tochterunternehmen weltweit und einem Absatz von mehr als 62.000 Tonnen Saatgut erzielt die DSV heute rund 249 Mio. Euro Umsatz. Die Kulturartenschwerpunkte sind Gräser, Leguminosen, Getreide, Raps, Mais und Zwischenfrüchte. Auf mehr als 1.400 Hektar werden an 8 Saatzuchtstationen standortangepasste, gesunde und ressourceneffiziente Sorten für die Bedürfnisse internationaler Märkte und die unterschiedlichsten Klimabedingungen gezüchtet. Rund 12% der Unternehmensumsätze werden in die Forschung und Entwicklung und damit in die Züchtung investiert.
www.dsv-saaten.de