Deutsche Saatveredelung AG (DSV)

TerraLife® Mischungen richtig anbauen

Eine gute Zwischenfrucht wirkt wie eine Bodenkur zwischen den Hauptfrüchten, daher sind Zwischenfrüchte anbautechnisch zu behandeln wie eine Hauptfrucht. Zur Bewertung einer Zwischenfrucht ist nicht nur die oberirdisch gebildete Masse zu betrachten. Der Einfluss der Wurzeln auf die Aktivität des Bodenlebens und die Eigenschaften des Bodens stellen ein entscheidendes Bewertungskriterium dar. Das Konzept von TerraLife ® setzt genau hier an, denn TerraLife ® Mischungen ermöglichen eine dichte, tiefe und vielfältige Durchwurzelung des Bodens.

Für den erfolgreichen Zwischenfruchtanbau müssen nach der Mischungswahl in Abhängigkeit von Fruchtfolge, Aussaattermin, Aussaattechnik und Verwendungszweck, optimale Aussaatvoraussetzungen geschaffen werden.

Zwischenfruchtmischungen sind auch mit den Augen eines Regenwurms zu betrachten – nicht nur mit den Augen einer Kuh!

 

Der richtige Termin

Um Wasser zu sparen und eine Konkurrenz von Ausfallgetreide bzw. -raps zu unterbinden, sollte die Aussaat unmittelbar nach dem Mähdrusch mit flachen Werkzeugen erfolgen. Ist die Zwischenfruchtaussaat witterungsbedingt oder aus arbeitswirtschaftlichen Gründen kurz nach der Ernte der Vorfrucht nicht möglich, ist aufgelaufenes Ausfallgetreide mit entsprechenden Bodenbearbeitungsmaßnahmen zu bekämpfen. Besondere Beachtung ist diesbezüglich bei erfolgter Strohernte auf den Schwadbereich zu legen. Hier ist in manchen Fällen eine zusätzliche Ausfallgetreidebekämpfung durchzuführen. Die Aussaatzeiten sollten regional angepasst werden.

 

Saatbett

Alle Mischungen enthalten klein- und großkörnige Arten, daher liegt die optimale Aussaattiefe bei max. 2 – 3 cm. Bei der Saatbettbereitung muss vor allem den Ansprüchen der Feinsaaten mit einem feinkrümeligen, gut rückverfestigten Saatbett Rechnung getragen werden. Grundsätzlich ist im Vorfeld auf eine optimale Strohverteilung zu achten.

 

Saattechnik

Die Aussaat einer Zwischenfruchtmischung kann nach erfolgter Bodenbearbeitung mit der Drillsaat oder nach Vorfrüchten wie Roggen oder Weizen am Tag des Drusches mit der Direktsaat in die Stoppel erfolgen. Wird zur Zwischenfrucht gepflügt, kann zur nächsten Hauptfrucht in der Regel auf den Pflug verzichtet werden. Der Einsatz von Walzen (z. B. Güttlerwalze) in Verbindung mit Streu- bzw. Drilltechnik kann ebenfalls sinnvoll und effizient sein. Entscheidend sind eine gleichmäßig flache Saatablage mit ausreichender Rückverfestigung.

  

Voraussetzungen für das Gelingen einer Direktsaat

  • Die Strohverteilung muss optimal erfolgen, eventuell ist der Einsatz eines Strohstriegels und/oder ein Mulchen der Stoppeln erforderlich
  • Da unter trockenen Bedingungen in der Bodenoberschicht kaum eine N-Mineralisierung stattfindet, ist bei einer Direktsaat eine Stickstoffgabe anzuraten (bei Nutzung als öVF Düngevorschriften beachten)
 

Saatstärke

Die Saatstärken der TerraLife ® Mischungen sind für ein optimales Saatbett und optimale Saatzeiten kalkuliert und sollten aufgrund des unterschiedlichen Konkurrenzverhaltens der einzelnen Mischungspartner unbedingt eingehalten werden. Nur bei ungünstigen Bedingungen, wie unzureichende Saatbettbereitung oder verspätetem Saattermin sind die Saatstärken nach oben anzupassen.

 

Düngung

Bei TerraLife ® Mischungen mit einem hohen Leguminosenanteil ist zur Förderung der Anfangsentwicklung eine Startgabe mit Stickstoff über Gülle bzw. Gärreste oder eine mineralische Düngung von 20 – 30 kg/ha empfehlenswert. Bei Direkt- und flacher Mulchsaat sollte die N-Düngung auf 30 – 50 kg/ha erhöht werden. Die weitere Stickstoffversorgung der Zwischenfrucht erfolgt durch die Leguminosen selbst.

Die Mischungen VitaMaxx TR und AquaPro können über maximal zulässige Gülle- bzw. Gärrestgaben mit Nährstoffen versorgt werden. Sollte keine Gülle (Gärrest) vorhanden sein, so ist bei VitaMaxx TR eine mineralische Stickstoffdüngung in Höhe von 50 – 70 kg N/ha ohne und 60 – 80 kg N/ha mit Strohdüngung für optimales Wachstum zu empfehlen (kein N nach Leguminosenvorfrucht). Die Stickstoffdüngung von AquaPro hat in Wasserschutzgebieten nach den jeweils geltenden Vorschriften zu erfolgen. Außerhalb von Wasserschutzgebieten sollte die Stickstoffdüngung abzüglich ca. 20 kg N/ha, wie für VitaMaxx TR beschrieben, erfolgen. Bei einer Nutzung der Zwischenfrucht als öVF müssen die entsprechenden Düngevorschriften beachtet werden.

 

anbauhinweise2Allgemeine Anbauhinweise

  • Anwendungshinweise von Herbiziden in der Vorfrucht sind unbedingt zu beachten
  • Bei zu früher Aussaat und unter Stressbedingungen (insbes. Trockenstress) kann es zur vorzeitigen Samenbildung einiger Pflanzenarten (Buchweizen, Weißer Senf, Ölrettich, Phacelia) kommen. In diesen Fällen ist ein rechtzeitiges mechanisches oder chemisches Stoppen des Wachstums zu empfehlen, um einer möglichen Samenreife vorzubeugen (bei Nutzung als öVF Greeningvorgaben beachten)
  • Der Aufwuchs sollte im Spätherbst grundsätzlich nicht grün eingearbeitet werden
  • Bleiben die Mischungen über Winter stehen, empfiehlt sich ein Walz- bzw. Quetschgang am Ende der Vegetation, um ein sicheres Abfrieren und gleichmäßiges Einarbeiten im Frühjahr zu ermöglichen (Ausnahme MaisPro TR)
  • Weitere geeignete Ansaatverfahren sind: Gülle- und Mähdruschsaat (optional mit Walzengang)
  • Um ein sicheres Abfrieren zu gewährleisten, empfiehlt sich nach Vegetationsende ein mechanisches Reduzieren der Bestände. Gute Erfahrungen wurden mit dem Walzen, wobei die Pflanzen geknickt und an den Boden gedrückt werden, gemacht