Deutsche Saatveredelung AG (DSV)

Mit Untersaaten ökologische Vorrangflächen anlegen

Untersaaten sind ein altbewährtes Anbausystem mit vielfältigen ökologischen Vorteilen. Sie werden explizit zur Anlage von ökologischen Vorrangflächen in der Durchführungsverordnung angesprochen.
Untersaaten mit Gräsern bieten eine Möglichkeit die Greeningvorgaben zu erfüllen, wobei auch hier der Faktor 0,3 zu Grunde liegt. Die Untersaat darf im Gegensatz zur Aussaat von Zwischenfrüchten nur mit Gras durchgeführt werden. Dabei sind sowohl Einzelgräser als auch Mischungen von Gräsern möglich. Die Fläche muss bis zum 20.10. im Aussaatjahr eine Bodenbedeckung von 40% ausweisen. Dazu muss sie bis zum 15.02. des nach der Ernte der Deckfrucht folgenden Jahres erhalten werden, darf nicht mineralisch oder mit Klärschlamm gedüngt, beerntet und im betreffenden Zeitraum chemisch behandelt werden. Eine Beweidung durch Schafe oder Ziegen ist möglich. Im Frühjahr kann eine Untersaatenfläche nach dem 15.02. angedüngt und dann genutzt werden. Auch eine Nutzung als Hauptfrucht ist möglich, eine weitere Überführung in eine Zwischenfrucht ist dann allerdings nicht zulässig.**
Im Prinzip kann in jede Druschfrucht oder auch in Silomais problemlos eine Grasuntersaat integriert werden.

 

Getreideuntersaaten

Die Aussaat der Untersaat findet bereits im Vorhinein statt, sodass im Falle von z. B. Getreide- oder GPS-Untersaaten Arbeitsspitzen bei der Ernte und parallelen Aussaat von Zwischenfrüchten vermieden werden können.
Druschgetreideuntersaaten können entweder als Herbsteinsaat, kurz nach der Getreidesaat (flache Saat unbedingt notwendig), als Winteruntersaat auf Frost oder als Frühjahrsuntersaat angelegt werden. Dabei ist die Wahl der Grasart oder -mischung in Abstimmung mit der Deckfrucht entscheidend für den Aussaattermin.

Grundsätzlich gilt:

  • Langsam wachsende Gräserarten brauchen schwache Deckfrüchte oder eine frühe Einsaat der Untersaat
  • Schnell wachsende Gräserarten brauchen starke Deckfrüchte oder eine späte Einsaat der Untersaat

Sofern die Auswahl der Gräserart in Verbindung mit Aussaattermin und Saatstärke auf die Deckfrucht abgestimmt wird, hat die Untersaat keinen negativen Einfluss auf den Ertrag der Deckfrucht. Wichtig ist die Kontrolle und ggf. die Bekämpfung von Schnecken, da die kleinen Gräser in beschatteten und feuchten Getreidebeständen sehr gerne gefressen werden. Weiterhin ist Lager in der Deckfrucht unbedingt zu vermeiden, da die Untersaaten sonst aufgrund von Lichtmangel absterben. Durch eine gezielte Sortenwahl wird die Untersaat begünstigt. Entscheidend ist hier der Lichteinfall, der durch die Bestandesdichte, durch die Blattstellung sowie Blattform des Getreides bestimmt wird. Der Saattermin der Deckfrucht ist ebenfalls sehr wichtig. Bei früh gedrillten, dichten Beständen wird eine Frühjahrsuntersaat schwierig.

Für den Energiepflanzen- und Futterbau sind Untersaaten, die bereits in GPS-Mischungen integriert sind und gleichzeitig ausgesät werden, interessant. Sie bieten dem Landwirt vor allem den Vorteil der ersparten Zwischenfruchtaussaat. Ist die GPS geerntet, darf ein weiterer Aufwuchs aus der Untersaat nicht, auch nicht bis zum 15.07., genutzt werden.

 

Maisuntersaaten

Maisuntersaaten machen es möglich, dass nach dem Mais eine Begrünung im Feld steht, denn nach einer Maisernte Mitte Oktober ist eine Zwischenfruchtansaat nicht mehr möglich. Neben der verbesserten Befahrbarkeit der Maisflächen, werden die Böden über den Winter vor Erosion geschützt, die Untersaat trägt zum Humusaufbau bei, kann Nährstoffe binden und für heimisches Wild als Deckungs- und Äsungsfläche dienen.

Maisuntersaaten können ebenfalls auf verschiedene Weisen angelegt werden. Dabei ist der Aussaattermin jeweils von der Art und Zusammensetzung der Gräser abhängig. Mischungen mit einem hohen Weidelgrasanteil werden zum 6 – 8-Blattstadium des Maises ausgebracht, um ein Überwachsen der Gräser zu vermei den. Als Anlagetechnik steht der Nachsaatstriegel, der pneumatische Düngerstreuer sowie das Güllefass mit Schleppschlauchverteiler zur Verfügung. Soll die Untersaat bereits vor oder kurz nach der Maissaat mittels einer Drillmaschine durchgeführt werden, bietet sich eine entsprechende Mischung, wie „Humus-Plus-VORSAAT“, die sich aus sehr langsam wachsenden Gräserarten und speziellen Sorten zusammensetzt, an.

Angepasster Pflanzenschutz
Ein entscheidender Faktor für das Gelingen einer jeden Untersaat ist der angepasste Pflanzenschutz. Grundsätzlich stellt die Bekämpfung der Ungräser kein Problem dar. Es gibt Herbizidstrategien und Wirkstoffe, mit denen die Ungräser bei gleichzeitiger Schonung der Untersaat bekämpft werden können. Hierzu gibt es aktuelle Empfehlungen von Seiten der Beratung, z. B. LWK Nordrhein-Westfalen oder LWK Niedersachsen.

 

Untersaaten in Leguminosen

Auch in Druschleguminosen, vorzugsweise Ackerbohnen, können Untersaaten gut integriert werden. Allerdings wird in der Praxis sicherlich die Leguminosenfläche als öVF angemeldet werden. Dann ist eine Anerkennung der Untersaat als öVF nicht möglich, da innerhalb eines Jahres immer nur eine Greeningmaßnahme auf einer Fläche durchgeführt werden kann. Dennoch macht es Sinn, Untersaaten in Ackerbohnen zu integrieren. Das vorrangige Ziel dabei ist die Speicherung des von den Ackerbohnen gebundenen Stickstoffes, wenn der Anbau einer Frühjahrskultur folgen soll. Der von den Gräsern fixierte Stickstoff wird verzögert freigesetzt. Dies muss bei der Düngeplanung der auf die Leguminosen folgenden Sommerkultur beachtet werden.

 

Untersaatvarianten im Greening

 

Hinweis: Alle Angaben erfolgen nach bestem Wissen und Gewissen (Stand 01.2015), aber ohne Gewähr auf Vollständig- und Richtigkeit. Die umfangreichen Rechtstexte werden derzeit in den Bundesländern unterschiedlich interpretiert. Bitte beachten Sie daher die aktuellen Aussagen der regionalen Beratung!