Deutsche Saatveredelung AG (DSV)

Leguminosen bereichern Ihre Fruchtfolgen

Leguminosen sind in der Lage, durch die Symbiose mit Knöllchenbakterien Luftstickstoff zu binden und diesen als Hauptnährstoff im Anbausystem zu nutzen. Der Stickstoff steht der Leguminose selber und über die Wurzel- und Erntereste, den nachfolgenden Kulturen kostenlos zur Verfügung.

Mit Leguminosen können insbesondere Getreidefruchtfolgen durch die Unterbrechung von Infektionszyklen v. a. bodenbürtiger Krankheitserreger, aufgelockert werden. Leguminosen hinterlassen eine hervorragende Bodengare und Krümelstruktur. Vor allem Futterleguminosen wie Klee oder Luzerne hinterlassen hohe Mengen an bodenfruchtbarkeitsförderndem Humus. Die Vorfruchtwirkungen kommen auf den schlechteren Ackerstandorten besonders stark zum Tragen.

Mit Leguminosen können gleichzeitig ein Teil der Anbaudiversifizierung und ein Beitrag zur öVF geleistet werden.

Aus einer breiten Artenliste können die landwirtschaftlichen Betriebe eine zu ihrem Standort und ihrer Nutzungsrichtung
passende Leguminose für ihre Fruchtfolge auswählen.

 

Was ist im Rahmen des Greenings zu beachten?

  • Der Anbau von stickstoffbindenden Pflanzen wird mit dem Faktor 1,0 als ökologische Vorrangfläche anerkannt, die Betriebe können aus einer breiten Artenliste auswählen
  • Auf Flächen mit stickstoffbindenden Pflanzen dürfen Leguminosen angebaut werden, die in der zulässigen Liste aufgeführt sind
  • Die Mischung mit anderen Nichtleguminosen ist möglich, wenn die Leguminosen deutlich vorherrschen
  • Luzerne-/Kleeanbau oder Kleevermehrung sind ebenfalls anrechenbar
  • Nach der Ernte der stickstoffbindenden Kulturen ist eine überwinternde Folgefrucht anzubauen
 

Leguminosen der DSV

Als Reinsaat bieten wir eine Vielzahl an Futterleguminosen wie Rotklee, Luzerne oder Felderbsen an. Als greeningfähige Leguminosenmischungen empfehlen wir:

COUNTRY 2056

COUNTRY 2057

TerraLife ® FutterGreen

TerraLife ® FutterGreen Mehrjährig

 

Liste der auf ökologischen Vorrangflächen zulässigen Arten stickstoffbindender Pflanzen

Botanischer Name Deutscher Name
Glycine max Sojabohne
Lens spp. alle Arten der Gattung Linse
Lotus corniculatus Hornschotenklee
Lupinus albus Weiße Lupine
Lupinus angustifolius Blaue Lupine, Schmalblättrige Lupine
Lupinus luteus Gelbe Lupine
Medicago lupulina Hopfenklee (Gelbklee)
Medicago sativa Saatluzerne
Medicago × varia Bastard-Luzerne, Sandluzerne
Melilotus spp. alle Arten der Gattung Steinklee
Onobrychis spp. alle Arten der Gattung Esparsette
Ornithopus sativus Serradella
Phaseolus vulgaris Gartenbohne
Pisum sativum Erbse
Trifolium alexandrinum Alexandrinerklee
Trifolium hybridum Schwedenklee (Bastardklee)
Trifolium incarnatum Inkarnatklee
Trifolium pratense Rotklee
Trifolium repens Weißklee
Trifolium resupinatum Perserklee
Trifolium subterraneum Erdklee (Bodenfrüchtiger Klee)
Vicia faba Ackerbohne
Vicia pannonica Pannonische Wicke
Vicia sativa Saatwicke
Vicia villosa Zottelwicke


Hinweis: Alle Angaben erfolgen nach bestem Wissen und Gewissen (Stand 04.2017), aber ohne Gewähr auf Vollständig- und Richtigkeit. Die umfangreichen Rechtstexte werden derzeit in den Bundesländern unterschiedlich interpretiert. Bitte beachten Sie daher die aktuellen Aussagen der regionalen Beratung!

Ab dem Anbaujahr 2018 dürfen auf Leguminosenflächen im Rahmen des Greening keine chemischen Pflanzenschutzmittel mehr ausgebracht werden. Gleichzeitig wird der Anrechnungsfaktor für die Flächen von 0,7 auf 1,0 erhöht. Offen war bisher, ob das Pflanzenschutzmittelverbot auch für die Saatgutbeizung gilt. Nun liegt eine Antwort der EU Kommission auf diese Frage vor. Auch die Ausbringung von mit chemischen Pflanzenschutzmitteln gebeiztem Saatgut auf Leguminosenflächen im Rahmen des Greening ist ab dem Anbaujahr 2018 verboten.