Deutsche Saatveredelung AG (DSV)

Leguminosen bereichern Ihre Fruchtfolgen

Leguminosen sind in der Lage, durch die Symbiose mit Knöllchenbakterien Luftstickstoff zu binden und diesen als Hauptnährstoff im Anbausystem zu nutzen. Der Stickstoff steht der Leguminose selber und über die Wurzel- und Erntereste, den nachfolgenden Kulturen kostenlos zur Verfügung.

Mit Leguminosen können insbesondere Getreidefruchtfolgen durch die Unterbrechung von Infektionszyklen v. a. bodenbürtiger Krankheitserreger, aufgelockert werden. Leguminosen hinterlassen eine hervorragende Bodengare und Krümelstruktur. Vor allem Futterleguminosen wie Klee oder Luzerne hinterlassen hohe Mengen an bodenfruchtbarkeitsförderndem Humus. Die Saatbettbereitung zur Nachfrucht kann nach Kör nerleguminosen meist mit geringem Kosten- und Energieaufwand erfolgen; Direktsaaten sind möglich. Die Vorfruchtwirkungen kommen auf den schlechteren Ackerstandorten besonders stark zum Tragen.

Im Rahmen der anstehenden Agrarreform werden günstige Rahmenbedingungen für den Anbau von Leguminosen geschaffen. So besteht künftig die Möglichkeit, im Rahmen des Greenings auf ökologischen Vorrangflächen Leguminosen anzubauen. Damit wäre gleichzeitig ein Teil der Anbaudiversifizierung und ein Beitrag zur öVF  geleistet.

Aus einer breiten Artenliste können die landwirtschaftlichen Betriebe eine zu ihrem Standort und ihrer Nutzungsrichtung
passende Leguminose für ihre Fruchtfolge auswählen.

 

Was ist im Rahmen des Greenings zu beachten?

  • Der Anbau von stickstoffbindenden Pflanzen wird mit dem Faktor 0,7 als ökologische Vorrangfläche anerkannt (1 ha öVF = 1,43 ha Leguminosen), die Betriebe können aus einer breiten Artenliste auswählen
  • Auf Flächen mit stickstoffbindenden Pflanzen dürfen nur Pflanzenarten angebaut werden, die in der zulässigen Liste aufgeführt sind, es muss mindestens eine dieser Pflanzenarten angebaut werden, Leguminosenmischungen sind möglich
  • Luzerne-/Kleeanbau oder Kleevermehrung sind ebenfalls anrechenbar, Leguminosen dürfen untereinander gemischt werden, nicht erlaubt sind Klee/Luzerne-Gras-Gemenge und Leguminosen mit nicht-legumen Stützfrüchten
  • Hinsichtlich Düngung und Pflanzenschutz sind keine Einschränkungen vorgesehen
  • Nach der Ernte der stickstoffbindenden Kulturen ist eine überwinternde Folgefrucht anzubauen
 

Leguminosen der DSV

Aus dem DSV Portfolio bietet sich im Rahmen des Greenings für Futterbaubetriebe der Luzerneanbau in Reinsaat an. Dort, wo günstige Klima- und Bodenverhältnisse für den Luzerneanbau vorherrschen, bietet die Integration dieser Leguminose in intelligente Futterbaufruchtfolgen zahlreiche futter- und pflanzenbauliche Vorteile. Die Luzernesorte PLANET ist ausgesprochen standfest und zeichnet sich durch eine sehr gute Winterhärte aus. Aufgrund ihrer überdurchschnittlichen Rohproteingehalte ist sie eine wertvolle Grundfutterkomponente und leistet einen wichtigen Beitrag, um zugekaufte Eiweißfuttermittel einzusparen.

Ist der Anbau von Körnerleguminosen als Markfrucht oder zur innerbetrieblichen Verwertung von Bedeutung, möchten wir Sie auf unser Partnerunternehmen, die I.G. Pflanzenzucht GmbH, hinweisen. Die I.G. Pflanzenzucht GmbH ist Spezialist in Sachen Soja- und Ackerbohnen und hat im Bereich dieser Kulturen eine breite Angebotsvielfalt.

 

Liste der auf ökologischen Vorrangflächen zulässigen Arten stickstoffbindender Pflanzen

Botanischer Name Deutscher Name
Glycine max Sojabohne
Lens spp. alle Arten der Gattung Linse
Lotus corniculatus Hornschotenklee
Lupinus albus Weiße Lupine
Lupinus angustifolius Blaue Lupine, Schmalblättrige Lupine
Lupinus luteus Gelbe Lupine
Medicago lupulina Hopfenklee (Gelbklee)
Medicago sativa Saatluzerne
Medicago × varia Bastard-Luzerne, Sandluzerne
Melilotus spp. alle Arten der Gattung Steinklee
Onobrychis spp. alle Arten der Gattung Esparsette
Ornithopus sativus Serradella
Phaseolus vulgaris Gartenbohne
Pisum sativum Erbse
Trifolium alexandrinum Alexandrinerklee
Trifolium hybridum Schwedenklee (Bastardklee)
Trifolium incarnatum Inkarnatklee
Trifolium pratense Rotklee
Trifolium repens Weißklee
Trifolium resupinatum Perserklee
Trifolium subterraneum Erdklee (Bodenfrüchtiger Klee)
Vicia faba Ackerbohne
Vicia pannonica Pannonische Wicke
Vicia sativa Saatwicke
Vicia villosa Zottelwicke


Hinweis: Alle Angaben erfolgen nach bestem Wissen und Gewissen (Stand 01.2015), aber ohne Gewähr auf Vollständig- und Richtigkeit. Die umfangreichen Rechtstexte werden derzeit in den Bundesländern unterschiedlich interpretiert. Bitte beachten Sie daher die aktuellen Aussagen der regionalen Beratung!