Deutsche Saatveredelung AG (DSV)

Flächenstilllegung

Stilllegungen sind eine Möglichkeit, um die öVF zu erfüllen. Dabei wird die stillgelegte Fläche im Verhältnis 1:1 auf die öVF angerechnet. Die Stilllegungsverpflichtung besteht auf diesen Flächen vom 01.01. eines Jahres bis zum 31.08. Es kann bereits vor Ende der Stilllegungszeit (ab 01.08.) mit der Vorbereitung der Aussaat einer Nachfrucht, zum Beispiel Raps, begonnen werden.

Die Stilllegungsfläche sollte begrünt werden. Dazu empfiehlt sich der Einsatz von speziellen Brachemischungen. Ein wichtiger Vorteil einer aktiven Begrünung ist die Unkrautunterdrückung. Bei Selbstbegrünung ist zu erwarten, dass sich vor allem konkurrenzstarke Unkräuter, wie Disteln und Ackerfuchsschwanz, weiter vermehren und zum Aussamen kommen. Zusätzlich können durch Ausfallgetreide ‚grüne Brücken‘ entstehen, die zur Vermehrung von Krankheitserregern und Schädlingen beitragen und den Krankheitsdruck auf angrenzenden Flächen erhöhen. Eine aktive Begrünung mit geeigneten Mischungen steigert den Vorfruchtwert einer Stilllegung. Gerade auf besseren Standorten ist es sinnvoll, die Brache teilweise in die Fruchtfolge zu integrieren. Sie kann dann auch als eine weitere Frucht zur Anbaudiversifizierung genutzt werden und könnte zusätzlich mit Schafen abgehütet werden. Durch eine Stilllegung von 5 % der Ackerfläche könnte sowohl die dritte Kultur, als auch die ökologische  Vorrangfläche abgedeckt werden. Eine spezielle Stilllegungsmischung mit Leguminosen würde sich hier positiv auf die Bodenfruchtbarkeit auswirken und durch die N-Fixierung einen hohen Vorfruchteffekt für die nachfolgende Hauptfrucht (z. B. Weizen) erzielen. Hinzu kommt die gute Durchwurzelbarkeit und die Förderung der Schattengare durch die Stilllegung, ähnlich wie bei einer Zwischenfrucht. Vom 01.04. – 30.06. dürfen keine Pflegemaßnahmen auf einer Stilllegung stattfinden, die Fläche  muss aber einmal jährlich gemulcht werden. Die Mindestgröße einer Flächenstilllegung beträgt 1000 m².

Auf schlechteren Standorten kann eine Dauerstilllegung über 3 – 5 Jahre sinnvoll sein. Hier bietet es sich an, dass besonders nasse oder leichte Standorte mit geringem Ertragspotenzial oder auch ungünstig zugeschnittene Flächen stillgelegt werden. Diese Wahl hätte den Vorteil, dass nur einmal eine Mischung angesät werden müsste und die Verluste durch die Stilllegung, aufgrund des geringen Ertragspotenzials der Standorte, relativ gering wären.

 

Vorteile einer Grünbrache mit Leguminosen und Gräsern:

  • Verbesserung der Bodengare durch Bodenkrümelung, weniger Verschlämmung
  • Auflockern von Pflugsohlen, Tiefendurchwurzelung, biologische Stabilisierung
  • Stickstoffakkumulation
  • Humusaufbau
  • Verdrängung von Samenunkräutern durch Schröpfschnitte
 

Das DSV Programm für die gezielte Begrünung von Brachflächen finden Sie hier...

 

Hinweis: Alle Angaben erfolgen nach bestem Wissen und Gewissen (Stand 01.2015), aber ohne Gewähr auf Vollständig- und Richtigkeit. Die umfangreichen Rechtstexte werden derzeit in den Bundesländern unterschiedlich interpretiert. Bitte beachten Sie daher die aktuellen Aussagen der regionalen Beratung!