Deutsche Saatveredelung AG (DSV)

Anbaudiversifizierung

  • Gilt für die gesamte Ackerfläche (inklusive Landschaftselemente)
  • Betriebliche Ackerfläche 10 – 30 ha: Mindestens zwei Hauptfrüchte, welche maximal 75 % der Gesamtfläche betragen dürfen
  • Betriebliche Ackerfläche > 30 ha: Mindestens drei Hauptfrüchte, zwei Arten dürfen zusammen max. 95 % betragen, eine Art max. 75 %
  • Betriebliche Ackerfläche < 10 ha: Anbaudiversifizierung nicht vorgeschrieben
  • Anteil Ackergras, Futterpflanzen, Stilllegung und/oder Dauergrünland > 75 % und restliche Ackerfläche < 30 ha: keine Anbaudiversifizierung notwendig
 

Anbaudiversifizierung – einfach gelöst!

Während Ackerbaubetriebe mit der Kombination von Getreidearten und Raps, Rüben, Mais usw. die im Greening geforderte Anbaudiversifizierung meist erfüllen, ist diese für maisintensive Betriebe eine besondere Herausforderung. Doch es gibt für jede Betriebsform Möglichkeiten, die Fruchtfolge aufzulockern und neben der Erfüllung der GAP-Auflagen, die Anforderungen an eine ökonomische Tragfähigkeit und die Bodenfruchtbarkeit in gleicher Weise zu erfüllen.

 

Marktfruchtanbau / Veredelung:

Durch den Wechsel von Blatt- und verschiedenen Halmfrüchten ist die dreigliedrige Fruchtfolge im Ackerbaubetrieb häufig schon vorhanden. Bei sehr engen Fruchtfolgen (Raps-Weizen-Weizen oder Mais-Roggen) kann durch eine weitere abtragende Getreideart oder ein Getreidegemenge die Fruchtfolge erweitert werden. Auch der Anbau einer Sommerung einer bereits verwendeten Art ist möglich (z. B. Winterweizen und Sommerweizen in einer Fruchtfolge). In engen Raps- Weizenfruchtfolgen könnte ein Teil des Stoppelweizens durch eine Sommerung (Körnerleguminose, Sommergetreide, Mais) ersetzt werden. Durch die Hereinnahme einer Sommerung in die Fruchtfolge ist zusätzlich die Integration einer greeningfähigen Zwischenfruchtmischung möglich.
z. B. bisher: Ra-WW-WW, erweitert: Ra-WW-(ZF)-SG/SW/KE

 

Futterbau / Energiepflanzenanbau:

In Milchviehbetrieben gibt es oft zwei dominierende Fruchtarten: Mais und Gras (Ackergras, Grünland). Solange der Anteil der Ackerfläche ohne Feldgras geringer als 30 ha ist und der Grünlandflächenanteil (Dauergrünland + Ackergras + Stilllegung) mehr als 75 % beträgt, sind Betriebe von den Auflagen befreit. Für manchen Betrieb kann die Erhöhung des Feldgrasanteiles und eine Reduzierung der restlichen Ackerfläche auf weniger als 30 ha eine Alternative sein. Gilt für den Betrieb die Anbaudiversifizierung, muss eine Ergänzung zum Gras oder Mais gefunden werden. Ein Maisersatz, gerade in Grenzlagen, kann eine GPS-Mischung wie Legu-Hafer-GPS Plus sein. Außerdem bietet sich Getreide als GPS oder Druschfrucht an. Von einer Art kann jedoch nur eine Nutzungsrichtung (Drusch oder GPS) geltend gemacht werden.
Biogasanlagen haben die größte Flexibilität bezüglich der Substratvielfalt. Mais kann durch GPS-Getreide, GPS-Mischungen, Feldgras oder Sorghum ersetzt werden. Wird im Zeitraum vom 01.06. – 15.07. eine Zweitfrucht angebaut, muss mit dieser Frucht weiterhin die Anbaudiversifizierung erfüllt sein.

 

Empfehlungen zur Erfüllung der Anbaudiversifizierung

Betriebsform Ersetzte Fruchtart Neue Hauptkultur Zusatznutzen durch Integration in die Fruchtfolge
Marktfrucht/
Veredelung
Wintergetreide (ökonomisch
schwächste Kultur
z. B. Stoppelweizen)
Sommerweizen
(TRISO, SORBAS)
Bessere Bekämpfungsmöglichkeit von Schadunkräutern
(Ackerfuchsschwanz)
Körnererbse Sehr guter Vorfruchtwert und innerbetriebliche
Verwertung bei Veredelung möglich, Infektionszyklen
werden unterbrochen
(Dauer-)Brache Herausnahme von schwierigen Standorten aus der
Produktionsfläche und gleichzeitiges Erfüllen der öVF
Milchvieh Mais / Gras Legu-Hafer-GPS Plus Schmackhaftes Futter, sehr gute Anbauwürdigkeit in
Grenzlagen, Qualitätswerte (MJ NEL 5,7 – 6,1)
GPS-Getreide Flexibilität in der Fruchtfolge
Druschgetreide Innerbetriebliche Verwertung als Kraftfutter,
Strohnutzung als Einstreu
COUNTRY Feldgras Hochqualitatives Grundfutter
Biogas Mais GPS-Getreide und
GPS-Mischungen
Beide GPS-Substrate können innerhalb der Anbaudiversifizierung
getrennt betrachtet werden, da Gemenge
grundsätzlich als eigenständige Hauptkultur betrachtet
werden
Sorghum In warmen, trockenen Lagen ist Sorghum eine Alternative
mit hohen Masseerträgen
COUNTRY Feldgras Ertragreiches Substrat und sehr gute Verwertung von
Wirtschaftsdüngern
Getreide Wickroggen-GPS Plus
FutterGas-GPS
Mischungen aus Leguminosen und Getreide sind als
eigenständige Hauptkulturen anzurechnen und lockern
die Fruchtfolge auf

Hinweis: Alle Angaben erfolgen nach bestem Wissen und Gewissen (Stand 01.2015), aber ohne Gewähr auf Vollständig- und Richtigkeit. Die umfangreichen Rechtstexte werden derzeit in den Bundesländern unterschiedlich interpretiert. Bitte beachten Sie daher die aktuellen Aussagen der regionalen Beratung!