Deutsche Saatveredelung AG (DSV)

N-Düngung im Herbst

Die N-Düngung im Herbst richtet sich im wesentlichen nach der Bestandesentwicklung. Ein optimaler Rapsbestand weist vor Winter 50-60 Pflanzen/m² auf, wobei jede Pflanze 8-10 Blätter gebildet haben sollte. Ein solcher Bestand benötigt im Herbst ca. 60 kg/ha N. Unter normalen Bedingungen reicht der Bodenvorrat an Stickstoff im Herbst aus. Daher ist eine N-Düngung nur sinnvoll, wenn der Bestand schwach entwickelt ist. In diesem Fall fördert der Stickstoff die Jugendentwicklung im Blatt- und Wurzelbereich sowie die Blüten- und Seitentriebanlage. Weiterhin ist eine N-Düngung angebracht, wenn Stroh eingearbeitet wird. Hier empfiehlt sich die Ausbringung von 30-50 kg/ha N als AHL oder Gülle (25 m³ Rindergülle oder 15-20 m³ Schweinegülle) auf die Stoppeln.

Eine zu hohe N-Versorgung vor allem bei früher Saat führt hingegen leicht zum Überwachsen und Schossen der Bestände. Weiterhin wird der reichlich vorhandene Stickstoff verstärkt für die Blattbildung genutzt und geht zu Lasten der Anlage von Seitentrieben und Knospen.

 
Weitere Hinweise zur N-Düngung im Herbst
Bestandesentwicklung Parameter Maßnahme
normal vier entfaltete Laubblätter
Wurzelhalsdurchmesser von 4 mm
gesundes, sattes Grün
entwickelt bis kurz vor Reihenschluss
keine Maßnahme erforderlich
zu stark mehr als vier entfaltete Laubblätter
Wurzelhalsdurchmesser größer als 5 mm
Bestand geschlossen
dunkler, großer Blattapparat
Wachstumsregler einplanen
zu schwach weniger als vier entfaltete Laubblätter
Wurzelhalsdurchmesser kleiner als 4 mm
Bestand wird hell (rot-violette Färbung)
Bestand bis Mitte Oktober nicht geschlossen
Bestand mit Stickstoff düngen