Deutsche Saatveredelung AG (DSV)

Schwefelversorgung im Auge behalten

Bis Ende der 80er Jahre spielte die Schwefeldüngung in der Landwirtschaft kaum eine Rolle, da die Schwefeldioxid-Emmissionen von Verkehr und Industrie die Schwefel-Nachlieferung sicherstellte. Durch luftreinhaltende Umweltmaßnahmen sind die Emmissionen in den letzten Jahres stark zurückgegangen, so dass Schwefel gezielt gedüngt werden muss.

In Zeiten der novellierten Düngeverordnung (DüV) rückt die optimale Nährstoffversorgung der Bestände wieder in den Fokus. Vor allem Schwefel beeinflusst die Wirkung von Stickstoff entscheidend. Da die Eiweißsynthese durch ein Schwefel-Defizit beeinträchtigt werden kann, sollte immer auf das Verhältnis der beiden Nährstoffe zueinander geachtet werden. Die Umsetzung von Stickstoff hängt stark von dem Schwefelgehalt ab. Bei Getreide ist ein S/N-Quotient von ca. 1:10 anzustreben. Das bedeutet, dass zur Ausnutzung von 10 kg Stickstoff 1 kg Schwefel benötigt wird. Die Schwefeldüngung steigert somit die Effizienz der Stickstoffdüngung. Getreide hat einen Schwefelbedarf von 25 - 30 kg S/ha. Eine Unterversorgung mit Schwefel wirkt sich nicht nur negativ auf den Rohproteingehalt aus, sondern erhöht auch die Gefahr von Bilanzüberschüssen.

Schwefel ist ähnlich wie Stickstoff in organischer Form im Humus gebunden und erst nach der Mineralisation als Sulfat pflanzenverfügbar. Die Schwefelmineralisation ist neben der Temperatur und Feuchtigkeit auch von der Durchlüftung des Bodens abhängig. Auf strukturgeschädigten Böden ist die Schwefelnachlieferung stark eingeschränkt und die Wurzelentwicklung und damit das Aneignungsvermögen der Getreidepflanzen reduziert. Hohe Niederschläge führen zur Auswaschung von im Bodenwasser gelösten Schwefel. Insbesondere auf leichten Sandböden oder humusarmen, flachgründigen Standorten kann Schwefelmangel auftreten. Einem höheren Risiko für Schwefelmangel ist auch der Stoppelweizen ausgesetzt sowie Kulturen, die nach stark zehrenden Vorfrüchten wie Silomais oder Zuckerrüben angebaut werden. Dies zeigen auch Erhebungen der offiziellen Stellen in den vergangenen Jahren. Auf besseren Böden wurden anhand von Versuchen geringere Effekte einer Schwefeldüngung nachgewiesen.

Bestände mit Schwefelmangel weisen Blätter mit hellen, gelbgrünen chlorotischen Verfärbungen auf. Die Chlorosen beginnen in der Regel an den jüngeren Blättern (siehe Foto).

 

  

  

 

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