Deutsche Saatveredelung AG (DSV)

Schwefelversorgung im Auge behalten

Getreide hat einen Schwefelbedarf von 25 - 30 kg S/ha. Schwefel ist ähnlich wie Stickstoff in organischer Form im Humus gebunden und erst nach der Mineralisation als Sulfat pflanzenverfügbar. Die Schwefelmineralisation ist neben der Temperatur und Feuchtigkeit auch von der Durchlüftung des Bodens abhängig. Auf strukturgeschädigten Böden ist die Schwefelnachlieferung stark eingeschränkt und die Wurzelentwicklung und damit das Aneignungsvermögen der Getreidepflanzen reduziert. Hohe Niederschläge führen zur Auswaschung von im Bodenwasser gelösten Schwefel. Insbesondere auf leichten Sandböden oder humusarmen, flachgründigen Standorten kann Schwefelmangel auftreten. Einem höheren Risiko für Schwefelmangel ist auch der Stoppelweizen ausgesetzt sowie Kulturen, die nach stark zehrenden Vorfrüchten wie Silomais oder Zuckerrüben angebaut werden. Dies zeigen auch Erhebungen der offiziellen Stellen in den vergangenen Jahren.
Auf besseren Böden wurden anhand von Versuchen geringere Effekte einer Schwefeldüngung nachgewiesen. Wobei hier in Zukunft aufgrund niedrigerer Schwefeleinträge aus der Luft die Schwefeldüngung wieder an Bedeutung gewinnen wird.