Deutsche Saatveredelung AG (DSV)

Welche Bestandesdichten sollen angestrebt werden?

Generell ist die anzustrebende Bestandesdichte von den Standortverhältnissen, der Witterung und vom Sortentyp abhängig. Auf Sandböden oder Standorten mit geringen Niederschlägen, wie zum Beispiel im Mitteldeutschen Trockengebiet, sollte beim Weizen eine geringere Bestandesdichte von 400 bis 550 Ähren tragenden Halmen/m² angestrebt werden, um bei Trockenphasen ein Zusammenbrechen der Bestände zu verhindern. Auf Standorten mit ausreichender Wasserversorgung auf guten Böden kann eine Bestandesdichte von 550 bis zu 700 Ähren/m² angestrebt werden, sofern die Standfestigkeit gut abgesichert wird bzw. Sorten mit einer guten Standfestigkeit angebaut werden.

 


 

 

Wichtig ist die Kenntnis der Ertragsstruktur der angebauten Sorte, denn hier gibt es sehr große Sortenunterschiede. In Wertprüfungen lassen sich Sortenunterschiede im Merkmal Bestandesdichte von bis zu 250 Ähren/m² finden, auch beim Tausendkorngewicht liegen die Unterschiede bei 20 g und mehr (Abb. 1).

Je nach Ertragsstruktur lassen sich die Weizensorten in unterschiedliche Ertrags- oder Sortentypen einteilen.

Bestandesdichtetypen wie CHEVALIER, JOKER, POTENZIAL, SORBAS und TRISO bauen ihren Ertrag vornehmlich über die Bestandesdichte auf und erreichen nur maximal mittlere Kornzahlen pro Ähre und Tausendkorngewichte und damit niedrige Einzelährenerträge.

Korndichtetypen wie PRODUZENT bilden eine hohe Anzahl Körner pro m² entweder durch hohe Kornzahlen pro Ähre oder höhere Bestandesdichten. Das TKG ist bei diesen Sorten meist gering bis mittel. Typische Vertreter dieser Gruppe benötigt zur Ausschöpfung ihres optimalen Ertragspotenzials unbedingt höhere Bestandesdichten, da sie geringe Ährenzahlen nur begrenzt durch ein höheres TKG und hohe Kornzahlen pro Ähre kompensieren können.  

Einzelährentypen erzielen ihren Ertrag über hohe Kornzahlen pro Ähre und ein hohes TKG bei geringer Ährendichte. PATRAS und XERXES sind typische Vertreter dieser Gruppe. Ein weiterer Vertreter ist AKTEUR, welcher jedoch relativ hohe Bestandesdichten für einen Einzelährentyp erreicht.

Kompensationstypen sind die Allrounder unter den Weizensorten. Sorten wie ARKTIS, DISCUS, ETANA, MANITOU, MATRIX, PIONIER oder PRIMUS können auch niedrige Bestandesdichten, z.B. aufgrund von Frühjahrstrockenheit, noch durch höhere Kornzahlen pro Ähre (ETANA, MATRIX, MANITOU, PRIMUS) oder ein hohes TKG (ETANA) ausgleichen. Neben normalen Aussaatterminen eignet sich ETANA besonders für die Spätsaat, da die Sorte sehr winterhart ist und eine gute Kompensationseignung durch ein höheres TKG hat. Neben ETANA zeigte auch MANITOU in den DSV-Saatzeitversuchen eine gute Eignung für frühere bis späte Saattermine. Die Sorte DISCUS realisiert als Kompensationstyp relativ hohe Bestandesdichten aufgrund ihres enormen Bestockungsvermögens.