Deutsche Saatveredelung AG (DSV)

Getreidehähnchen

Rothalsiges und Blaues Getreidehähnchen

Schadbild / Verwechselungsmöglichkeit

Die Fraßschäden der Käfer sind zu vernachlässigen, zumal sie mehrfach ihren Fraßort wechseln. Bei ihrem kurzen Reifefraß ab Anfang Mai fressen sie langgestreckte Löcher zwischen den Blattrippen, zunächst an Wintergerste, dann an Winterweizen und schließlich - vor allem das Blaue Getreidehähnchen - an Sommerweizen.

 Ab Anfang Juni sind die Fraßspuren der Larven zu entdecken. Die Tiere nagen die Zellschichten zwischen den Blattadern bis auf die Epidermis der Blattunterseite ab, so dass keine Löcher, sondern streifenförmige Fenster entstehen. Dieses Schadbild ist bei Sommergerste und -weizen vor allem auf den Fahnenblättern anzutreffen. Jede Larve zerstört im Mittel 2,5 - 3,5 cm 2 Blattfläche, das entspricht bei Weizen etwa 10 % der Gesamtfläche des Fahnenblattes.

 Das Schadensausmaß ist manchmal so groß, dass das ganze Feld schon von weitem weiß wirkt. Die Schädigung durch die Larven kann bei Winterweizen bis zum Ende der Milchreife andauern. Wird Weizen bei trockener Witterung sehr früh befallen, kann eine Halmverkürzung eintreten. Die Fensterfraßsymptome der Getreidehähnchenlarven sollten nicht mit den silbrigdurchscheinenden Blattminen der Minierfliegenlarven verwechselt werden.

Biologie / Befallsfördernde Faktoren

Die Schädlinge treten gehäuft bei Spätsaaten und Pflanzen mit Entwicklungsverzögerung auf, auch an Wintergetreide angrenzende Sommergetreidefelder sind stärker gefährdet. Starke Behaarung verleiht manchen Weizensorten eine gewisse Resistenz, da hier weniger Eier abgelegt werden und die Entwicklungsbedingungen für die Eier ungünstiger sind. Sie liegen an der Blattfläche nicht fest an und fallen deshalb leichter herunter und vertrocknen. Auch erreichen die Junglarven das Blattgewebe beim Fressen schlechter. Das Getreidehähnchen hat eine Vielzahl von natürlichen Feinden. Marienkäfer, Laufkäfer, Kurzflügler, Florfliegenlarven und Raubwanzen fressen Eier und Larven. Verschiedene Schlupfwespen parasitieren in Eiern oder Larven. Schließlich werden Getreidehähnchenlarven auch durch insektenpathogene Pilze der Gattung Entomophthora abgetötet.

Bekämpfung / Vorbeugende Maßnahmen

Weniger hohe Bestandesdichten und geringere, bedarfsbezogene Stickstoffdüngung vermindern zugleich das Befallsrisiko durch Getreidehähnchen. Eine chemische Bekämpfung ist nur selten nötig, dann gelten dafür folgende Schwellenwerte:
Hafer: 0,75 - 1,5 Eier und Larven/Fahnenblatt
Weizen: 0,5 - 1,0 Eier und Larven/Fahnenblatt
Gerste: 0,5 - 1,0 Eier und Larven/Halm
Roggen: 0,5 - 1,5 Eier und Larven/Halm
Da die Käfer die Felder vom Rand her besiedeln, ist oft eine Randbehandlung ausreichend.