Deutsche Saatveredelung AG (DSV)

Fungizideinsatz an Sorte und Witterung ausrichten

Bei den Resistenzeigenschaften der Sorten gibt es gravierende Unterschiede. Deshalb hat sich der Fungizideinsatz neben der standortabhängigen Erfahrung des Betriebsleiters unbedingt an der Befallssituation im Bestand zu orientieren. Diese hängt maßgeblich von der Witterung und der Resistenzausstattung der angebauten Sorte ab. Rückschlüsse zur Bekämpfungsstrategie lassen sich deshalb auch aus der Krankheitseinstufung der Sorten entnehmen.

Insbesondere bei Mehltau werden häufig noch prophylaktische Behandlungen durchgeführt, die in resistenten Sorten wie DISCUS, MANITOU oder PRIMUS nur sehr selten notwendig sind.

In den meisten Regionen sollte die Fungizidstrategie auf die Bekämpfung von Septoria tritici ausgerichtet werden. Besonders in anfälligeren Sorten (Einstufung Note 5 und schlechter) wie AKTEUR, ARKTIS, CHEVALIER, ETANA, MATRIX, PATRAS oder POTENZIAL sollte die Bestandeskontrolle sehr frühzeitig ab BBCH 29 erfolgen. In gesunden Sorten wie DISCUS, MANITOU, PIONIER, PRIMUS oder PRODUZENT kann die erste Behandlung später erfolgen, da sich die Krankheiten deutlich langsamer entwickeln als bei anfälligen Sorten.

2011 wurde erstmals in Europa die neue Gelbrost-Rasse Warrior entdeckt, die 11 Resistenzgene überwinden kann und somit sehr aggressiv ist. Seit diesem Zeitpunkt tritt Gelbrost wieder verstärkt auf und führt zum Teil zu massivem Befall. 2014 kam es aufgrund des neuen Rassenspektrums und der für den Pilz günstigen Witterungsverhältnisse zu einem besonders hohem Befall. Sorten, die bis zu diesem Zeitpunkt als resistent galten, werden zum Teil durch diese Rasse befallen. Deshalb muss in Zukunft verstärkt auf Infektionen geachtet werden, da der Befall zu erheblichen Ertragseinbußen führen kann. Besonders bei den Sorten AKTEUR, MATRIX und PRIMUS, aber auch bei als resistent geltenden Sorten sollte auf erste Anzeichen geachtet werden. Denn eine frühzeitige Erkennung und Behandlung ist von entscheidender Bedeutung, um hohe Erträge abzusichern.

Bei DTR ist mit einem verstärkten Auftreten in Sorten mit einer Einstufung von 5 oder schlechter insbesondere bei Mulchsaaten nach Weizenvorfrucht zu rechnen. Hier stehen aber gut wirksame Fungizide zur Verfügung, die infektionsnah eingesetzt werden sollten.