Deutsche Saatveredelung AG (DSV)

Getreideflächen individuell andüngen

Die Nmin-Werte schwanken auch dieses Jahr wieder extrem. Die Auswertungen des Nitratdienstes NRW zeigten im Februar unter Wintergerste etwa 20 % höhere Nmin-Werte auf, verglichen mit dem langjährigen Mittelwert. Unter Winterweizen liegt der diesjährige Mittelwert um fast 40 % höher. Landesweit sind die meisten Getreidebestände ausreichend gut entwickelt in den Winter gegangen.

Grundwasserspiegel auf Tiefststand

Aufgrund des regional trockenen und auch milden Winters, sind eigene Nmin-Untersuchungen zu empfehlen. Durch die geringen Niederschläge in den letzten Wochen ist weniger Stickstoff in den Unterboden ausgewaschen worden. Zum anderen hat die Stickstoffmineralisation aufgrund der zuletzt milden Temperaturen bereits eingesetzt und sorgt so für mehr verfügbaren Stickstoff im Oberboden.

Entscheidend für die 1. N-Gabe ist auch der Zeitpunkt des Vegetationsstartes. So haben Sorten mit einem frühen oder mittleren Vegetationsstart aufgrund des milden Winters bereits ausreichend bestockt. Deshalb dürfen diese Bestände nicht zu hoch oder zu früh angedüngt werden. Wenn bei der Nmin-Untersuchung in der Krume nach Blattfrüchten und regelmäßiger organischer Düngung mehr als 40 kg/ha N gemessen werden, kann die Startgabe stark reduziert werden. Frohwüchsige, früh startende Weizensorten wie  PATRAS und  PRIMUS sollten hingegen frühzeitig angedüngt werden. Bei Sorten, die ihren Ertrag über eine höhere Bestandesdichte aufbauen, ist bei geringer Bestockung die 1. N-Gabe unbedingt um 20-30 % zu erhöhen. Entsprechende Sorten sind MATRIX, PIONIER, PRODUZENT, MANITOU, POTENZIALDISCUS und CHEVALIER.

Die Wintergerstenbestände sind mit 3 bis 5 kräftigen Trieben je Pflanze oftmals auch gut bestockt. Bei einer hohen N-Versorgung (z.B. Güllestandorte) sollte man aufgrund dessen vorsichtig und nicht zu früh mit der Startgabe sein. Bei einer N-Versorgung mit über 60 kg/ha Nmin in 0 bis 60 cm kann die Startgabe stark reduziert werden.

Wichtig ist auch eine ausreichende Versorgung der Getreidebestände mit Schwefel. Informationen  zur Schwefelversorgung liefern die Smin-Werte oder, falls nicht verfügbar, auch die Nmin-Werte, welche jedoch nur als Anhaltswerte dienen können. Sind diese niedrig, kann von einer schlechten Schwefelversorgung ausgegangen werden. Es empfiehlt sich daher eine frühzeitige Gabe an Schwefel, beispielsweise in Kombination mit der N-Düngung in Form von ASS oder SSA. 

Stand: März 2017