Deutsche Saatveredelung AG (DSV)

Pflege

Durch die Pflege des Grünlandes soll einer Narbenverschlechterung entgegengewirkt werden und dadurch die Leistungsfähigkeit der Grünlandnarbe erhalten bleiben. Eine durchgreifende Verbesserung ist aber durch Pflegemaßnahmen in der Regel nicht zu erreichen.

Walzen

Bei der mechanischen Pflege ist das Walzen in Abhängigkeit vom Boden und von der Nutzung durchzuführen. Zur Selbstauflockerung neigende Böden (Moor, Anmoor, humoser Sand) zeichnen sich durch das Hochfrieren des Bodens aus mit der Folge, dass die Wurzeln abreißen. Das Walzen stellt in diesem Fall den Bodenschluss und die Kapillarität wieder her. Der angestrebte Effekt wird jedoch nur erreicht, wenn im Frühjahr:

  • der richtige Zeitpunkt im Hinblick auf den Bodenwassergehalt getroffen wird
  • mit optimalem Gerät (1-1,5 t je Meter Arbeitsbreite) und richtiger Fahrgeschwindigkeit um 4 km/h gearbeitet wird.

Der Boden sollte beim Walzen nicht nass, aber auch nicht zu trocken sein. Hier hilft die Abdruckprobe und eigene betriebliche Erfahrung. Unterbleiben sollte das Walzen bei Bodenfrostgefahr und auch bei zu Verdichtung neigenden Standorten. Auf unebenen Flächen ist es ratsam, eine Ringelwalze mit großem Ringdurchschnitt zu verwenden. Auf ebenen Flächen kann eine Glattwalze eingesetzt werden.

Schleppen, Striegeln

Eine weitere Pflegemaßnahme für das Grünland ist das Schleppen oder Striegeln. Die Hauptziele sind:

  • Ungräser wie die Gemeine und Jährige Rispe und Unkräuter wie Taubnessel und Vogelmiere werden herausgerissen
  • der Pflanzenbestand wird für eine Nachsaat gelockert
  • Verletzung der Kulturpflanzen regt diese zur Bestockung an
  • Auflockerung der Krume sorgt für eine schnellere Bodenerwärmung und Eindringung von Sauerstoff
  • Beseitigung von Bodenunebenheiten, verursacht durch tierische Schädlinge, Fahr- und Trittschäden, Maulwurfhaufen
  • Beseitigung von Narbenabdeckungen durch Stallmist- und Gülleausbringung
  • Verteilen von trockenen Fladen
Nachmähen

Ziel der Nachmahd ist es, überständige Futterreste (Beweidungsreste, stehengebliebene Futterstreifen und Geilstellen) während sowie zum Ende der Vegetation zu entfernen.

Warum sollten Futterreste beseitigt werden:
  • Überalterung bzw. Verholzung der Futterreste. Milchkühe beweiden nur junges, schmackhaftes Gras. Die gemiedenen Flächen werden immer größer. Bei Schnittnutzung nimmt die Silagequalität (z.B. Energiegehalt) ab.
  • Ersticken der Nachbarpflanzen, so dass lückige, entartete Narben mit minderwertigen Ungräsern und -kräutern entstehen.
  • Anziehungspunkt für Mäuse
  • Bei überständigen oder schlecht streifig gemähten Grünlandflächen besteht vor Winter die Gefahr einer verringerten Winterfestigkeit und eines erhöhten Schneeschimmelbefalls bei längerer Schneebedeckung.

Tipp: Sehr viele Grünlandschäden durch Wildschweinrotten basieren auf einem zu hohen Mäusebesatz, da Wildschweine speziell auf Grünland nach tierischem Eiweiß suchen. Zur Minimierung der Schäden durch die "Schwarzkittel" sollte daher eine intensive Mäusebekämpfung erfolgen.

Daher sollten überständige Futterreste nachgemäht, abgeschlegelt oder bei zu hohem Aufwuchs abgefahren werden.