Deutsche Saatveredelung AG (DSV)

Unkrautbekämpfung

Auch im Grünland ist eine Unkraut- und Ungrasbekämpfung nicht zu vernachlässigen, denn durch mangelnde Pflege können leicht unerwünschte, minderwertige Pflanzen in die Bestände einwachsen. Wie geht man vor, wenn die Grünlandbestände verunkrauten:

  1. Analyse des Grünlandbestandes, d.h. welche Gründe haben zu der negativen Entwicklung geführt  
  2. Ausschalten möglicher Bewirtschaftungsfehler und Konkurrenz der wertvollen Gräser stärken  
  3. Herbizidmaßnahmen, die sich nach dem Grad der Entartung richten
  4. Einzelpflanzenbehandlung (mechanisch oder chemisch)
  5. Nachsaat oder Neuansaat

So beurteilen Sie die Grünlandnarbe richtig

Schadbild

Mechanische Maßnahmen

Chemische Maßnahmen

Pflanzenbauliche Maßnahmen

Tritt- und Fahrschäden

Walzen

 

Nachsaat

Tritt- und Fahrschäden bzw. sonstige Unebenheiten

Durch Walze nicht mehr einzuebnen

 

Einebnen plus Neuansaat

Narbe lückig, nicht verunkrautet (20-30 % Lücken)

   

Nachsaat und Beweidung

Narbe verunkrautet, 20-30 % Unkräuter wie Hahnenfuß, Löwenzahn, Vogelmiere, Rest: hochwertige Gräser

Schröpfschnitt bei Vogelmiere

Selektives Herbizid

Nachsaat

Narbe stark verunkrautet, Rest minderwertige Unkräuter

Umbruch und/oder Totalherbizid

Umbruch und/oder Totalherbizid

Neuansaat nach Narbenabtötung bzw. Umbruch

Narbe vergrast mit Ungräsern wie Jährige Rispe, Quecke (unter 30 %) und andere Ungräser (unter 40 %)

Narbenfilz aufreißen

Keine Möglichkeit

Nachsaat mit Beweidung

Ungräser über 40 %, Quecke über 30 %

 

Totalherbizid

Neuansaat nach Narbenabtötung

Narbe verunkrautet mit Ampfer

 

selektives Herbizid

Nachsaat

Quelle: abgeändert nach Schmitt, K.-O., 1987 Landwirtschaftskammer Rheinland-Pflalz


Einzelpflanzenbehandlung

Unkräuter sollten im Grünland vorrangig durch kulturtechnische Maßnahmen wie Nutzung, Düngung oder Beweidung reguliert werden. Ist dies jedoch nicht oder nur eingeschränkt möglich, empfiehlt sich zunächst eine Einzelpflanzenbekämpfung. Dabei sind folgende Punkte zu beachten:

 
  • Eine Einzelpflanzenbekämpfung ist oft wirtschaftlicher als eine Flächenbehandlung. Insbesondere bei einer schwachen Verunkrautung ist immer eine Horst- oder Einzelpflanzenbehandlung vorzuziehen.
  • Nur eine gezielte Mittelwahl sichert ausreichenden Erfolg. Die Wahl des geeigneten Herbizides muss sich immer nach den vorhandenen Unkräutern richten.
  • Zur Sicherung der vollen Wirkung und zur Vermeidung von Rückstandsgefahren ist die produktspezifische Wartezeit einzuhalten. Die Beweidung behandelter Flächen sollte möglichst erst zum nachfolgenden Wiederaufwuchs erfolgen, da die Tiere häufig ihre Abneigung gegen schädliche Pflanzen (z. B. Hahnenfuß) verlieren, wenn diese mit Wuchsstoffen behandelt wurden.
  • Beim Einsatz von Wuchsstoffen wird auch der Klee geschädigt, wobei der Rotklee empfindlicher reagiert als der Weißklee. Die einzelnen Herbizide unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Kleeschonung.
  • Sind nach einer selektiven Bekämpfung durch das Verschwinden der Unkräuter größere Lücken entstanden, sollte eine Nachsaat durchgeführt werden. So werden die Lücken mit hochwertigen Gräsern geschlossen.
  • Beim Pflanzenschutzeinsatz auf Grünlandflächen, die sich in Kulturlandschafts- oder ähnlichen Programmen befinden, ist auf besondere Auflagen zu achten.


Grünlandherbizide zur Einzelpflanzenbehandlung

Beim Pflanzenschutzeinsatz im Grünland sind immer regionale Besonderheiten und Auflagen zu beachten!

Anmerkung: Das Pflanzenschutzgesetz in Deutschland hat sich geändert. Einige Pflanzenschutzmittel können damit in verschiedenen Kulturen nicht mehr eingesetzt werden. Unter www.bvl.bund.de finden Sie eine Liste der im Grünland zugelassene Präparate.

Mehr Infos zur Unkrautbekämpfung im Grünland unter: Landwirtschaftskammer Nordrhein Westfahlen

Alle Angaben ohne Gewähr!