Deutsche Saatveredelung AG (DSV)

Ungrasbekämpfung

Gemeine Rispe

Zu den wichtigen Ungrasarten des Grünlandes gehört in erster Linie die Gemeine Rispe. Sie ist nicht auf Anhieb als Ungras zu erkennen, da sie im Frühjahr voll ergrünt und daher oft mit den wertvollen Gräsern des Grünlandes verwechselt wird. Im jungen Zustand wird sie gern gefressen. Später wird sie jedoch wegen des muffigen und dumpfen Geruches verschmäht und liefert keinen Nachwuchs. Aufgrund der oberirdischen Ausläufer kann sie sich bei fehlerhafter Bewirtschaftung in der Grasnarbe etablieren. Der Bestand sieht üppig grün aus und täuscht über den Futterwert hinweg.

Schnelltest:

Reißen Sie mit "sanfter Gewalt" an verschiedenen Stellen im Grünland an Grasbüscheln. Lassen sich dabei die Gräser leicht ausreißen und hängen vor allem noch Wurzeln daran, handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um die flach wurzelnde Gemeine Rispe.

   

Links: Verfilzte Narbe aus Gemeiner Rispe und Deutschem Weidelgras. Die Blätter der Rispe zeigen bereits deutlichen Pilzbefall. Rechts: Links Deutsches Weidelgras, Rechts Gemeine Rispe

 

Bekämpfungsmöglichkeiten

Bei der Bekämpfung der Gemeinen Rispe soll nicht nur das Ungras verdrängt, sondern auch die wertvollen Gräser gestärkt werden. Dazu gehört bei der Nutzung der Grünlandflächen die Einstellung der richtigen Schnitthöhe auf 5 cm, so dass die Kulturgräser ausreichend Nährstoffe für den Wiederaustrieb in den Stoppeln speichern können. Tolerierbar ist insgesamt ein Ertragsanteil von max. 15 % an Gemeiner Rispe.

Aktive Bekämpfung

Im Spätsommer sollte der Grünlandbestand direkt nach dem letzten Schnitt bzw. zeitig im Frühjahr abgeeggt werden. Bleibt es an den folgenden Tagen trocken, vertrocknen auch die herausgerissenen Triebe der Gemeinen Rispe und wachsen nicht mehr an. Damit sich in den entstandenen Lücken nicht direkt weniger wertvolle Gräser oder Unkräuter ansiedeln, sollte im Anschluss daran eine Nachsaat durchgeführt werden. Für die Folgenutzung gilt, nur eine geringe Menge an Gülle im Ansaatjahr auszubringen.

  

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