Deutsche Saatveredelung AG (DSV)

Tierische Schädlinge

Die Tipulalarve
Die Feldmaus
Die Wühlmaus
Der Maulwurf

 

Die Tipulalarve




Schadbild

Im Herbst oder Frühjahr entstehen nesterweise Kahlstellen, zuerst im Klee, später betrifft es auch Gräser. Sie werden kurz unterhalb der Bodenoberfläche durch graue, walzenförmige, bis zu 4 cm lange, beinlose Larven abgebissen. Sie treten vor allem nachts und tagsüber bei bedecktem, regnerischem Wetter auf. 

Schädling
  

Nur die Larve der Wiesenschnake schädigt die Grünlandpflanzen. Die Larven schlüpfen aus den im August/September gelegten Eiern, überwintern und verpuppen sich nach dem Reifungsfraß im Juni/Juli im Boden.

Bekämpfung

Durch das seit Januar 2002 geltende absolute Anwendungsverbot von E 605 forte und anderen Präparaten mit dem Wirkstoff Parathion kann die Bekämpfung nicht mehr auf diesem bisher üblichen Wege erfolgen. Als einzige Alternative kann Kalkstickstoff zur Bekämpfung von Tipulalarven eingesetzt werden. Dafür sollte die Aufwandmenge 3 bis 4 dt/ha betragen. Weiterhin ist zu berücksichtigen, dass die Larven in einem frühen Stadium bekämpft werden, wo sie noch empfindlich sind und sich oberflächennah befinden. Für den Bekämpfungserfolg sind Bodentemperaturen von 3° bis 8° C und eine feuchte Witterung wichtig, damit das durch die Umsetzung gebildete und für die Larven tödlich wirkende Cyandiamid durch Verlagerung im Boden diese auch erreicht.

Unter Berücksichtigung dieser Einsatzbedingungen kann auch mit Kalkstickstoff ein guter Bekämpfungserfolg erzielt werden, der meist bei Wirkungsgraden zwischen 40 und 60 % liegt. Dieser ist nicht ganz so hoch wie bei einer Spritzung mit E 605 forte, wo Wirkungsgrade zwischen 60 und 80 % erzielt werden.

So kontrollieren Sie den Tipulabefall (Schadschwelle = 300 Larven pro m²):

- Grassoden 25 cm x 25 cm und 5 cm tief ausstechen
- In gesättigte Salzwasserlösung legen (2 kg Salz in 10 l Wasser), handwarmes Wasser
- Larven schwimmen auf, nach 30 Minuten auszählen
- Larvenzahl pro Soden mal Faktor 16 ergibt Larven/m²
 

Beim Pflanzenschutzeinsatz im Grünland sind regionale Besonderheiten und Auflagen zu beachten!

Die Feldmaus

Schadbild

Als ausschließlicher Pflanzenfresser errichtet die Feldmaus unter der Erdoberfläche ein dichtes Netz von verzweigten Erdbauten mit zahlreichen Laufgängen und vielen Querverbindungen mit ständig offenen Löchern (keine Erdhügel). Das typische Schadbild ist die fräsbandartige Zerstörung der Grasnarbe. Bevorzugt werden extensive, verunkrautete und ungepflegte Grünlandbestände.  Unter günstigen Bedingungen vermehrt sich die Feldmaus mit 7 Würfen/Jahr und je 4 bis 8 Jungen, welche bereits nach 3-4 Wochen fortpflanzungsfähig sind und bereits im Alter von 5 Wochen den ersten Wurf setzen können. Besonders dramatisch ist eine massenhafte Vermehrung der Feldmaus etwa alle drei bis vier Jahre.

Befallsermittlung

Sind Mauselöcher auf den Grünlandflächen vorhanden, sollte zunächst kontrolliert werden, ob es sich um alte Gänge handelt oder ob die Mäuse noch aktiv sind (Kot, abgefressene Pflanzenteile auf dem Boden). Findet man verstärkt "kleingehäckseltes" Pflanzenmaterial auf dem Boden, so ist eine gezielte Bekämpfung notwendig und sinnvoll.

Bekämpfung

Vorbeugende Maßnahmen: Regelmäßige Grünlandpflege insbesondere regelmäßige Nachmahd, gezielte Unkrautbekämpfung und eine regelmäßige Nachsaat sichern nicht nur eine geschlossene und dichte Narbe, sondern beugen auch dem Feldmausbefall vor.

Natürliche Feinde: Die Nahrung verschiedener Greifvögel wie Bussard, Turmfalke, Waldeule oder Schleiereule kann bis zu 60 % aus Feldmäusen bestehen. Daher sollten zur Mäusedezimierung die natürlichen Feinde geschont bzw. gefördert werden. Das Aufstellen von 2 m bis 2,5 m hohen Sitzstangen erleichtert den Greifvögeln die Sichtung der Beute. Die Querhölzer der Stangen sollten beim Aufstellen gegen die Hauptwindrichtung ausgerichtet werden.

Auslegen von Giftködern: Feldmausköder können im Frühjahr und Sommer zur gezielten Feldmausbekämpfung in deren Schlupflöcher eingesetzt werden.

 

Die Wühlmaus

Die Wühlmaus (= Schermaus) zählt aufgrund ihrer starken Fraß- und Wühltätigkeit und der damit verbundenen Zerstörung der Grasnarbe zu den unangenehmsten tierischen Schädlingen des Grünlands. Das typische Schadbild der Wühlmaus sind die flachen und grobscholligen Erdauswürfe. Meist sind die Gänge der Wühlmäuse frei von Pflanzenwurzeln und haben einen querovalen Durchmesser.

 
Befallsermittlung

Am Wühlhaufen wird der Wühlmausgang etwa 20 cm lang aufgegraben. Spätestens nach 24 Stunden wird kontrolliert, ob und wie die Gangöffnung wieder verschlossen wurde.

Bekämpfung

Bei einem leichten bis mittleren Befall sollten mechanische Wühlmausfallen aufgestellt werden. Wichtig ist, dass die Fallen leicht auslösend eingestellt werden und von den Tieren nicht aus der Gangöffnung herausgeschoben werden können. Liegt ein mittlerer bis starker Befall vor, sollten im Frühjahr und Sommer verdeckt Giftköder ausgelegt werden. Eine andere Möglichkeit, die sich im Frühjahr anbietet, ist die Begasung. Allerdings ist diese Variante der Bekämpfung sehr aufwendig. Auf kleineren Flächen können die Wühlmäuse auch durch das Einleiten von Wasser bekämpft werden

Der Maulwurf

Schadbild

Der Maulwurf gehört wie auch der Igel zu den Insektenfressern und wird deshalb vielfach als Nützling betrachtet. Der eigentliche Schaden des Maulwurfes im Grünland betrifft vorwiegend die Unterminierung des Bodens und die Bildung von Erdauswürfen, Ausgangspunkt für Verunkrautung und Verschmutzung des Futters.

 
Bekämpfung

Der Maulwurf steht unter Artenschutz, daher ist eine Bekämpfung nicht erlaubt oder nur in Ausnahmefällen mit Sondergenehmigung möglich. Allerdings kann eine regelmäßige Grünlandpflege wie regelmäßiges Abschleppen der Erdhaufen oder Walzen der aufgelockerten Flächen einem stärkeren Schaden entgegenwirken. Generell hält Unruhe den Maulwurf von der dauerhaften Besiedlung von Grünlandflächen ab.

 

Alle Informationen ohne Gewähr!