Deutsche Saatveredelung AG (DSV)

Problemunkräuter

Stumpfblättriger Ampfer (Rumex obtusifolius)

  1. Futterwert 
 

  • geringwertig bis wertlos, er wird nur im jungen Zustand gefressen
  • konkurrenzstarker Platzräuber
  • Ampfer ist aufgrund seines hohen Samenpotentials schon als Einzelpflanze bekämpfungswürdig, zumal die Samen bereits 1 Woche nach der Blüte (Erscheinen der gelben Staubbeutel) keimfähig sind.
  • Ampfer reduziert die Ertragsleistung der Bestände, da die Pflanzen vom Vieh gemieden werden und wertvolle Gräserarten verdrängen

2. Bekämpfungsmöglichkeiten

Eine beginnende Verunkrautung muss sofort gestoppt werden. Dazu gehören folgende Maßnahmen:
 

  • Erhaltung intakter und dichter Grasnarben
  • Vermeidung zu hoher Güllegaben
  • Vermeidung von Geilstellen
  • Nachsaat, wenn Bestandeslücken auftreten
  • Pflanzen nie blühen oder gar Samen ausbilden lassen
  • mind. 15 cm tiefes Ausstechen des Wurzelstockes mit Ampfergabel
  • regelmäßige Nachsaat

 Die einfachste und zugleich wirksamste Maßnahme, um die Verbreitung des Ampfers einzugrenzen, besteht darin, die Samenbildung durch frühzeitige Entfernung der Blütenstände zu verhindern (frühe Mahd, regelmäßige Nachmahd und Abfuhr bei Weidegang). Hat sich der Ampfer bereits zu stark ausgebreitet, kann eine chemische Maßnahme sinnvoll sein. Man unterscheidet:
 

  • Einzelpflanzenbekämpfung mit Streichstab oder Rückenspritze, die sowohl sowohl mit Total- als auch mit Selektivherbiziden möglich ist.
  • Bei einem Ampferbesatz von mehr als 2 - 3 Pflanzen/m² ist eine Flächenbehandlung mit selektiv wirkenden Herbiziden ratsam.

 Behandlungen sollten nur auf kräftige Rosetten vor Erscheinen der Blütenquirle erfolgen (Assimilatetransport in Richtung der Wurzeln). Als Termine für eine optimale Ampferbekämpfung kommen der April, Mai (evtl. Juni) und Mitte August bis Anfang Oktober (beste Wirkung) in Frage. Am günstigsten ist eine Herbstbehandlung.

  Große Brennnessel (Urtica dioica)

 1. Futterbauliche Bewertung
 

  • wird in frischem Zustand nicht gefressen
  • als Heu gern gefressen, Silierung durch hohen Ca-Gehalt problematisch.

 2. Bekämpfungsmöglichkeiten
 

  • Das wichtigste ist eine gute Weidepflege, d.h insbesondere regelmäßige Nachmahd
  • Düngung an die Nutzung anpassen, keine übermäßige Düngung mit Jauche und Flüssigmist
  • Nachsaat von wüchsigen Gräsern in die offenen Bodenstellen
  • Eine chemischen Bekämpfung ist ganzjährig möglich, dabei sollte nesterweise vorgegangen werden. Die Pflanzen sollten bei Bekämpfung im zügigen Wachstum sein (20 - 30 cm Wuchshöhe). Mittel: Brennnessel-Granulat oder weitere Herbizide.

 Mehr zur Unkautbekämpfung im Grünland unter: Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfahlen