Deutsche Saatveredelung AG (DSV)

Problemgras Gemeine Rispe

 

Die Gemeine Rispe ist in unseren Breiten weithin als Problemgras bekannt. Sie ist bevorzugt auf frischen und ausreichend feuchten Standorten zu Hause und ist hervorragend an hohe Düngungs- und Nutzungsintensitäten des Wirtschaftsgrünlandes angepasst. Aufgrund ihrer geringen Ertragsbildung hat die Gemeine Rispe einen geringen Futterwert. Sie ist in der Lage, wertvolle Kulturgräser zu verdrängen. Für die Produktion hochwertigen Grundfutter ist eine nachhaltige Bekämpfung unerlässlich.

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Die Gemeine Rispe liegt im Ertragsniveau deutlich hinter Deutschem Weidelgras


Nach Untersuchungen der Landesanstalt für Landwirtschaft Bayern (LfL) erreicht das „Ungras“ Gemeine Rispe nur etwa 50% des Ertragsniveaus des Deutschen Weidelgrases. Weil sie ein aggressiver „ Lückenfüller“ auf dem Grünland ist, ist die Grünlandpflege besonders wichtig. Wer also hohe Flächenanteile an Gemeiner Rispe duldet, verschenkt erhebliches Ertragspotenzial wertvoller Futtergräser und -kräuter, die stattdessen dort wachsen könnten.

 

Bei 20 % Flächenanteil Gemeiner Rispe pro Hektar werden 8 – 10 dt TM/ha/Jahr Ertragspotenzial wertvoller Futtergräser vergeben.

  

  

So erkennen Sie die Gemeine Rispe

 
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Problem: häufig entstehen z. B. durch Mäuse oder mechanische Belastungen Lücken in Grünlandnarben.

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Vor allem in diese lückigen Bereiche wandert die Gemeine Rispe schnell hinein und verdrängt bei guter Wasserversorgung wertvolle Futtergräser.

 
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Auffällig ist der straff aufrechte Wuchs im Frühjahr. Das Blatt ist unterseits glänzend, oberseits hat es eine Doppelrille, ist ungerieft und läuft nach oben hin spitz zu.

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Die Gemeine Rispe bildet zahlreiche oberirdische Ausläufer, die sich bewurzeln. Dadurch entsteht ein dichter Grasfilz, der sich mit den Fingern gut herausziehen lässt. Dieser riecht meist etwas muffig.

  

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Nimmt man die Gemeine Rispe unter die Lupe, fällt das relativ lange, nach oben spitz zulaufende Blatthäutchen auf.

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Die Blüte ist eine lange, 5-stufige Rispe mit großem Ährchen, manchmal rötlich violett. Der Blütenstand ist lockerer und schwächer mit Ährchen besetzt als bei der Wiesenrispe.

  

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Bestand aus Gemeiner Rispe neigt stark zum Lager und dies häufig bereits deutlich vor dem ersten Schnitt.

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Wenn sich die Gemeiner Rispe etabliert hat, bildet sie einen dichten Grasfilz. Bei guter Wasserversorgung ist sie hier nahezu konkurrenzlos, bringt aber nur einen geringen Ertrag.

  

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Mit einem Grünlandstriegel lässt sich, insbesondere in Trockenphasen, ein guter Bekämpfungserfolg der Gemeinen Rispe erzielen. Eine Nachsaat ist unbedingt angezeigt.

 
 

So bekämpfen Sie die Gemeine Rispe

Da die Bekämpfung der Gemeinen Rispe auf dem Grünland mit chemischen Mitteln nicht möglich ist, bleibt nur die mechanische Bekämpfung. Der Einsatz von Grünlandstriegeln und die gleichzeitige Nachsaat gelten als probates Verfahren, um das Problem der Gemeinen Rispe zu reduzieren. Unbefriedigend bleibt das Verfahren aber dann, wenn es nur sporadisch, nicht zum optimalen Zeitpunkt oder nicht mit der erforderlichen Intensität erfolgt. Ein einmaliger Arbeitsgang mit der Wiesenschleppe oder dem Grünlandstriegel plus Übersaat im Frühjahr, ist meist nicht ausreichend und schon gar nicht nachhaltig, insbesondere bei hohen Anteilen der Gemeinen Rispe. Dadurch werden kaum ausreichende Lücken geschaffen. Ein Großteil der Nachsaat fällt auf den Rasenfilz, wo sie keine Möglichkeit zur Ausbildung von Keimpflanzen hat. Solche halbherzigen Maßnahmen sind unter diesen Bedingungen wenig zielführend und dienen eher der Gewissensberuhigung. Die Schwäche der Gemeinen Rispe liegt, im Hinblick auf ihre Bekämpfungsstrategie, in dessen flachen Wurzelsystem und der Empfindlichkeit gegenüber Trockenheit. Daher hat das intensive herauskämmen mit geeigneten Grünlandstriegeln im Spätsommer (Mitte bis Ende August) während einer Trockenphase z. B. nach dem dritten Schnitt, den größten Effekt. Je nach Besatzstärke der Gemeinen Rispe kann ein 2 bis 3 maliges scharfes Striegeln plus Nachsaat erforderlich sein. Das schafft Lücken und eine angerauhte Bodenoberfläche und damit optimale Bedingungen für die Etablierung der Nachsaat.

Nutzen Sie zur Nachsaat unsere empfohlenen Nachsaatmischungen aus dem COUNTRY-Programm. Je nach Anforderung und Standort stehen Ihnen verschiedene Nachsaatmischungen zur Verfügung. Im Rahmen einer obligatorischen Übersaat sind 5 kg/ha ausreichend.

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