Deutsche Saatveredelung AG (DSV)

Grunddüngung

Für eine gute Grundfutterleistung des Milchviehbestandes sind aber auch der Magnesium-, Natrium-, Kalium- und Schwefelgehalt im Futter verantwortlich. Regelmäßige Bodenuntersuchungen über mehrere Jahre hinweg zum gleichen Zeitpunkt geben einen Einblick in die Versorgung (bei der Entnahme von Bodenproben ist im Gegensatz zum Ackerbau auf eine höhere Einstichzahl zu achten; ca. 40 Einstiche/ha).

Magnesium

Magnesium ist als Baustein des Chlorophylls für die Pflanzen lebensnotwendig. Beim Rind kann Magnesiummangel, vor allem zu Beginn der Weidezeit, Ursache der Weidetetanie sein.

Natrium

Natrium ist für den gesamten Stoffwechsel der Tiere notwendig und wird besonders günstig im gesamten Nährstoffhaushalt eingebunden, wenn es mit dem Grundfutter aufgenommen wird. Gleichzeitig erhöht Natrium die Schmackhaftigkeit des Futters. Natriummangel bewirkt bei Kühen eine längere Zwischenkalbezeit, schlechtere Besamungsergebnisse, Gebärmutterentzündungen und Eierstockzysten. In der Pflanze reguliert Natrium den Wasserhaushalt und erhöht die Trockentoleranz.

Vor allem die leichten Sandböden und kalkfreien Böden sind arm an Magnesium und Natrium. Deshalb sollten diese Standorte mittels Bodenuntersuchung auf ihre Gehalte untersucht werden. Auf Natriummangelböden kann Natrium allerdings nicht auf Vorrat gedüngt werden, da es leicht ausgewaschen wird. Die Düngung mit Magnesium und Natrium soll in erster Linie die Gehaltswerte im Futter anheben. Der Natriumgehalt des Futters hängt aber auch von der botanischen Zusammensetzung des Pflanzenbestandes ab. Bei weidelgras- und weißkleereichen Pflanzenbeständen gelingt es, den Natriumgehalt anzuheben. Bei kräuterreichen und weidelgrasfreien Beständen ist immer mit einem zu niedrigen Na-Gehalt im Futter zu rechnen. In diesem Fall ist auf eine ausreichende Natrium-Beifütterung zu achten. Bei Magnesium wie Natrium ist eine Feststellung der Gehalte im Boden durch eine Bodenuntersuchung sinnvoll. Hier ist eine mittlere Versorgungsstufe anzustreben.

Kalium

Kalium hat wichtige Funktionen im Stoffwechsel der Pflanze. Dazu gehören:

  • fördert die Kohlenhydratbildung
  • festigt die Zellwände
  • verringert die Krankheits- und Schädlingsbefall
  • verbessert die Frostresistenz

Bei einer 4-5 maligen Schnittnutzung entzieht ein Pflanzenbestand ca. 300-350 kg/ha K. Daher ist eine ausreichende Kalium-Versorgung wichtig.

Schwefel

Schwefel ist ein wichtiger Baustein in der Pflanze. Er ist am Aufbau von Aminosäuren, Eiweißen, Kohlenhydraten, Vitaminen und wachstumsfördernden Enzymen beteiligt. Die Mangelsymptome des Schwefels sind mit denen des N-Mangels zu vergleichen. Eine Vorratsdüngung ist aufgrund der Auswaschung nicht durchführbar.

Um hohe Grünmasseerträge einfahren zu können, verlangt der Grasbestand bei reiner Schnittnutzng ca. 40-50 kg/ha S. Da die Einträge aus der Luft in den vergangenen Jahren deutlich verringert wurden, ist eine S-Düngung mit schwefelhaltigen Stickstoffdüngern, Kainit oder 40 er Korn Kali angebracht. Gülle enthält nur ca. 0,5 kg/m³ S, im Boden werden nur 10-20 kg/ha S pro Jahr mineralisiert und sind somit pflanzenverfügbar.