Deutsche Saatveredelung AG (DSV)

Pflege

 

Durch die Pflege des Grünlandes soll einer Narbenverschlechterung entgegengewirkt werden und die Leistungsfähigkeit der Grünlandnarbe erhalten bleiben. Eine durchgreifende Verbesserung ist aber allein durch Pflegemaßnahmen nicht zu erreichen, sondern muss auch mit einer entsprechenden Pflanzenernährung und Nachsaat kombiniert werden.

Striegeln

Die wichtigste Maßnahme zur Grünlandpflege ist das Striegeln. Wiesenschleppen sind von ihrer Arbeitsweise und –wirkung einem guten Grünlandstriegel in allen Belangen unterlegen und als nicht mehr zeitgemäß einzustufen. Auch eine Wiesenschleppe mit Zinken arbeitet nicht so gut wie ein ordentlicher Grünlandstriegel. Die Hauptziele von Grünlandstriegeln sind:

  • Flachwurzelnde Ungräser (z.B. Gemeine und Jährige Rispe) und Unkräuter ausreißen
  • den Pflanzenbestand für eine Nachsaat öffnen (Lücken für Saatgut schaffen)
  • Verletzung der Kulturpflanzen (Bestockungsanregung)
  • Auflockerung der Bodenoberfläche/Krume und Gasaustausch fördern:
    • Sauerstoff ist für die Nährstoffaufnahme an der Wurzel notwendig, dabei entsteht CO 2, welches ausgasen muss, damit der Boden nicht zusätzlich versauert (Entstehung von Kohlensäure bei feuchten und nassen Böden)
    • Schnellere Bodenerwärmung
  • Beseitigung von leichten Bodenunebenheiten, verursacht durch tierische Schädlinge, Fahr- und Trittschäden, Maulwurfhaufen zur Verringerung des Schmutzeintrages bei der Ernte
  • Beseitigung von Narbenbedeckungen durch ungleichmäßig ausgebrachten organischen Dünger (Stallmist- und Gülle, Kuhfladen) oder überständiges Pflanzenmaterial

Walzen

Der Effekt von Walzen auf Grünland wird insbesondere im Frühjahr häufig überschätzt. Durch den Einsatz einer Walze wird die Nachsaat, Frasen oder Ähnliches wieder angedrückt und der Haupttrieb gequetscht. Durch das Verletzen des Haupttriebes wird die Bildung von Seitentrieben (Bestockung) angeregt. Für alle Arbeiten im Grünland empfiehlt sich der Einsatz von flexiblen Profilwalzen (Ringel-, Cambridge-, Prismenwalze). Flexible Walzen arbeiten auch bei Bodenunebenheiten immer ganzflächig. Glattwalzen liegen immer nur auf den zwei höchsten Punkten auf und verursachen so punktuelle Extrembelastungen, die zu Verdichtungen und Pflanzenschädigungen führen.

Sollte es mal zu der Ausnahmesituation kommen, dass es zum Hochfrieren von Moor, Anmoor oder humosem Sand gekommen ist und die Wurzeln abgerissen sind, ist es möglich mit einer Glattwalze zu arbeiten. Aber auch in so einer Ausnahmesituation ist der Einsatz einer flexiblen Profilwalze von Vorteil, da diese durch ihr geringeres Gewicht keine Verdichtungen produziert. Das Walzen stellt in diesem Fall den Bodenschluss und die Kapillarität wieder her. Das Anwalzen von hochgefrorenen Narben sollte nur erfolgen, wenn der richtige Zeitpunkt im Hinblick auf den Bodenwassergehalt getroffen wird. Dazu ist es ratsam, mit einem Spaten den Feuchtigkeitsgehalt der oberen 20 cm zu beurteilen. Das Aufballastieren der Walzen (z.B. mit Wasser) ist nicht zu empfehlen. Wichtiger als das Gewicht der Walze ist die Fahrgeschwindigkeit. Diese sollte bei ca. 4-5 km/h liegen, sodass die Walze genügend Zeit hat, die Narbe anzudrücken. In jedem Fall sollte es beim Walzen nicht nass sein (Verdichtungsgefahr!). Es darf in keinem Fall Boden an der Walze kleben bleiben, aber auch nicht zu trocken sein (kaum Rückverfestigung). Unterbleiben sollte das Walzen bei Bodenfrostgefahr genau wie der Bestockungsanregung zu Getreide, da es sonst zu zusätzlichem Stress für die Pflanzen kommt und unter Umständen zu Ausfällen.

 

Nachmähen

Ziel der Nachmahd ist es, überständige Futterreste (Beweidungsreste, stehengebliebene Futterstreifen und Geilstellen) während sowie zum Ende der Vegetation zu entfernen. Futterreste sollten nachgemäht, gemulcht oder bei zu großen Aufwuchs mengen abgefahren werden.

 

Darum sollten Futterreste beseitigt werden:

  • Überalterung bzw. Verholzung der Futterreste. Kühe beweiden nur junges, schmackhaftes Gras. Die gemiedenen Flächen werden immer größer. Bei Schnittnutzung nimmt die Silagequalität (z.B. Energiegehalt) ab.
  • Ersticken der Nachbarpflanzen, so dass lückige, entartete Narben mit minderwertigen Ungräsern und -kräutern entstehen.
  • Anziehungspunkt und Deckung für Mäuse
  • Bei überständigen oder schlecht streifig gemähten Grünlandflächen besteht vor Winter die Gefahr einer verringerten Winterfestigkeit und eines erhöhten Schneeschimmelbefalls bei längerer Schneebedeckung.

 

Grünlandschäden vorbeugen

Sehr viele Grünlandschäden durch Wildschweinrotten basieren auf einem zu hohen Mäusebesatz, da Wildschweine speziell auf Grünland nach tierischem Eiweiß (Würmer, Insektenlarven, Mäuse) suchen. Zur Minimierung der Schäden durch die "Schwarzkittel" sollte daher eine intensive Mäusebekämpfung und das Verteilen von Fladen nach der letzten Beweidung erfolgen. So werden die Flächen unattraktiver für die Wildschweine, da sie dort weniger Mäuse und unter den Fladen weniger Würmer finden und ausgraben.

 

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