DSV-Saaten

Wiesenlieschgras
 

Wiesenlieschgras

Wiesenlieschgras - Phleum pratense


Blatthäutchen mit seitlich spitzem Eckzahn

Knollenartige Verdickung an der Halmbasis

Ausdauerndes, starke Horste bildendes Obergras. Wuchshöhe 100–150 cm. Langsame Jugendentwicklung, nach dem Schnitt langsamer Nachwuchs mit erneuter Halmbildung mit Blütenständen. Das Wiesenlieschgras ist stark verbreitet in frischen, luftfeuchten, maritimen und kontinentalen Lagen, auch in Mittelgebirgslagen. Sehr frostresistent, aber nicht dürreresistent. Unempfindlich in rauen Klimalagen. Auf Wiesen und Weiden als wertvolles Futtergras anzutreffen. Gute Nährstoffversorgung wichtig. Das wüchsige Obergras liefert hohe Erträge bei Schnitt und Weide mit guter Qualität und hoher Futterwertzahl (Note 8). Düngungsintensiv. In Grünlandansaaten immer enthalten. Besonders wichtig in Pferdeweiden und als Pferdeheu beliebt. Im Ackerfutterbau als Partner zu Rotklee und Luzerne ergibt es ein wertvolles Kleegras von hohem Futterwert. Als Rasengras wurde das Zwiebellieschgras (Phleum bertolonii) verwendet, jedoch ohne großen Erfolg.

Botanische Merkmale

Blatt

Blattanlage gerollt, Blattscheide nicht verwachsen und kahl, häufig gelblichgrün. Am Triebgrund keulenförmig verdreht. Blattspreiten 3–9 mm breit und bis zu 30 cm lang, kaum gerieft und weich. Blatthäutchen mittellang, weiß gezähnt und in der Mitte hochgezogen mit seitlich spitzem Eckzahn, keine Blattöhrchen.

Halm

Meist aufrecht oder leicht geknickt aufsteigend. Halmlänge 100 cm und länger. Nach dem Schnitt wieder Halmneubildung.

Blütenstand

Traubige Scheinähre, walzenförmig zylindrisch sehr dicht besetzt. Gesamtblütenstand 6–7 mm dick, bis zu 10 cm lang von graugrüner Farbe. Einblütige Ährchen ca. 3 mm lang, Antheren gelb-blaue Farbe. Hüllspelzen länger als Deckspelze, dreinervig und am Kiel steif bewimpert. Jede Hüllspelze besitzt eine 1 mm lange Stachelspitze in Stiefelknechtform, keine Grannen.

Frucht

Spelzfrucht 1,5–2 mm lang, annähernd eiförmig. Deckspelze stark gewölbt mit Spitze, silbergrau, schwach glänzend mit kurzen Härchen. Karyopsen fallen leicht aus den Spelzen und erscheinen bräunlich, besonders bei zu scharfem Drusch. TKG ca. 0,3–0,6 g.



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