DSV-Saaten

Glatthafer
 

Glatthafer

Glatthafer - Arrhenatherum elatius (Syn. Avena elaior)


Fruchtstand

Blattgrund ohne Öhrchen

Glatthafer ist ein ausdauerndes, starke Horste bildendes Obergras. Er treibt im Frühjahr sehr zeitig aus. Die streng aufrechte Wuchsform ist typisch. Nach der Nutzung verhaltener Wiederaustrieb mit schwacher Bildung neuer Halmtriebe. Glatthafer stellt keine hohen Anforderungen und ist auch auf mageren und trockenen Standorten verbreitet. Nährstoffreichtum begünstigt die Entwicklung. An Straßenrändern stark verbreitet. Raues Klima sagt ihm weniger zu. Sonst in allen gemäßigten Klimazonen des Flach- und Hügellandes anzutreffen. Glatthafer verträgt Beweidung weniger und ist hauptsächlich auf ein- bis zweischürigen Wiesen zu finden. Extensive Bewirtschaftung sagt ihm zu. Futterwertnote 7 nur bei rechtzeitiger Nutzung. Im Feldfutterbau ist Glatthafer oft im Gemisch mit Knaulgras ein wertvoller Partner in Kleegrasgemischen trockener Standorte. Er lässt sich maschinell nur entgrannt aussäen, grannenlose Sorten sind verfügbar.

Botanische Merkmale

Blatt

Blattanlage gerollt, Blattscheide nicht verwachsen und kahl bis schwach behaart. Blattspreite 4–12 mm breit, schwach gerieft mit ausgeprägtem Kiel. Blattoberseite leicht behaart oder kahl, Blattunterseite kahl und matt. In der Durchsicht weist das Blatt gelblichgrüne Linien auf. Blatthäutchen mittel bis lang, weiß und stark gefranst. Kein Blattöhrchen.

Halm

Halme i. d. R. aufrecht, am Grunde etwas geknickt. Sehr hoch, bis 150 cm. Bildet oft sterile Halme. Nach Schnitt Neubildung von Halmtrieben möglich.

Blütenstand

Allseits wendige Doppeltraube oder Rispe mit unterschiedlicher Zahl von Seitenästen auf den Stufen der Hauptachse. Vor der Blüte eng anliegend, spreizen sich diese zur Blüte und bleiben ausgebreitet. Ährchen ca. 10 mm lang und zweiblütig. Die untere Blüte ist männlich, die Deckspelze hat eine lange Granne. Die obere Blüte ist zwittrig und ohne Granne. Hüllspelzen kurz bewimpert.

Frucht

Die Spelzfrucht ist noch mit der Deck- und Vorspelze der zweiten männlichen Blüte verbunden, so dass neben der Karyopse 2 Deck- und 2 Vorspelzen vorhanden sind. Diese Doppelspelzfrucht ist 7–10 mm lang und 2 mm breit. Die Deckspelze der männlichen Blüte hat eine lange, geknickte und aufwärts gedrehte Rückengranne. An der Basis büschelig behaart. Karyopsen fallen beim Drusch aus den Spelzen. Nackte Körner 4–5 mm lang, 1,5 mm breit. TKG 3,5 g.



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