DSV-Saaten

Einjähriges Weidelgras
 

Einjähriges Weidelgras

Einjähriges Weidelgras - Lolium westerwoldicum


Blattgrund mit Öhrchen

Fruchtstände

Das Einjährige Weidelgras ist kurzlebig und in milden Klimalagen auch einjährig überwinternd. Nach Aussaat und Aufgang geht es ohne Vernalisation von der vegetativen in die generative Phase über und bildet nach jeder Nutzung erneut Halmtriebe. Es ist sehr schnellwüchsig und unter günstigen Bedingungen nach 6–8 Wochen schnittreif. Aus diesen raschwüchsigen Formen wurde das kurzlebige Stoppelgras für den Sommerzwischenfruchtbau entwickelt (6-Wochengras). Die neuen Zuchtformen sind vielfältig von sehr schnell bis verhalten im Wuchs und kurzlebig bis mehrschnittig. Ähnlich dem Welschen Weidelgras verstärkt in luftfeuchten Lagen und auf Standorten mit günstigen Bodenbedingungen, feucht und warm. Bei drohender Futterknappheit nach Auswintern des Welschen Weidelgrases kann das Einjährige Weidelgras die Futterlücke schließen. Die Ausnutzung der Bodenfeuchte ist vorteilhaft. Lückige Hauptfutterflächen können mit Einjährigem Weidelgras ausgebessert werden. Mischungen mit Perser- oder Alexandrinerklee verbessern den Futterwert. Die kurzlebigen aber schnellwüchsigen Formen des Einjährigen Weidelgrases sind als Zwischenfrucht nach Getreide sehr gut geeignet und liefern nach 8–10 Wochen gute Futtererträge als Grünfutter oder Silage. Diese Sorten sind betont einschnittig. Die Stängelbildung fördert die Siliereignung. Zuchtsorten gibt es sowohl in der diploiden als auch tetraploiden Form.

Die Merkmale hinsichtlich Blatt, Halm, Blütenstand und Frucht sind mit denen des Welschen Weidelgrases identisch und weisen darauf hin, dass das Einjährige Weidelgras als Unterart zu behandeln ist.

Botanische Merkmale

Blatt

Jüngstes Blatt gerollt, Blattscheide nicht verwachsen, Blattunterseite stark glänzend, kurzes, weißes glattrandiges Blatthäutchen, kräftiges breites Blattöhrchen, stängelumfassend, Blattspreite mittelbreit (ca. 10 mm), hell bis dunkelgrün. Oberseite deutlich gerieft.

Halm

Halmgrund rötlich gefärbt, aufrecht ca. 100 cm lang.

Blütenstand

Lange, lockere Ähre mit ca. 20–30 Ährchen, vielblütig, stark begrannte Deckspelzen der Einzelährchen. Ährchenschmalseite zur Spindel gewandt (Quecke Breitseite zur Spindel). Das Gipfelährchen hat 2 Hüllspelzen, alle übrigen nur eine äußere Hüllspelze.

Frucht

Spelzfrucht ca. 5–7 mm lang, Stielchen kantig, Deckspelze gewölbt am oberen Ende lange Granne (bei Lolium perenne nicht vorhanden, bei Saatgutaufbereitung oft abgerieben). TKG 1,8–4,6 g (tetraploide Sorten höher im TKG).



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