DSV-Saaten

Rotschwingel
 

Rotschwingel

Rotschwingel - Festuca rubra sensu lato


Fruchtstände

Blatt, kein Öhrchen, Häutchen sehr kurz

Der Rotschwingel mit seinen zahlreichen Unterarten mit starken und kürzeren Ausläufertrieben sowie des streng horstbildenden Typs ist sehr formenreich mit Übergangsformen. Nach den Wuchsformen unterscheidet man drei Typen: Ausläuferschwingel (Festuca rubra rubra); Horstrotschwingel (Festuca rubra commutata) und Kurzausläuferrotschwingel (Festuca rubra trichophylla). Die beiden letzteren sind Rasentypen und feiner in der Struktur. Rotschwingel hat eine große Verbreitung auf Standorten des Flachlandes, der Höhenlagen, in lichten Wäldern und an trockenen Böschungen. Die geringen Ansprüche an Nährstoffe und Feuchtigkeit begünstigen die Verbreitung. Bei besserem Nährstoffangebot wird der Rotschwingel von anderen Arten verdrängt. Landwirtschaftlichen Nutzwert auf Dauergrünland in Höhenlagen und Trockengebieten hat nur der Ausläuferrotschwingel mit mittlerem Futterwert (5). Alle drei Formen haben jedoch gute Raseneignung, bilden dichte und feine Rasen (Golfgreens). Für alle Begrünungszwecke besonders in nährstoffarmen Landschafts- und Böschungsrasen ist Rotschwingel die am meisten verwendete Art.

Botanische Merkmale

Blatt

Die Blattanlage ist gefaltet, die Blattscheide verwachsen und häufig mit Härchen besetzt. Blattspreite lang und ca. 4 mm breit, bei horstbildendem Rotschwingel schmaler. Die Oberseite stark (5–9 rippig) gerieft, in der Farbe sattgrün bis graugrün. Die Blattspreite ist häufig V-förmig zusammengefaltet. Blatthäutchen sehr kurz, vorn etwas emporgezogen, Blattöhrchen nicht vorhanden.

Halm

Halme oft bogig aufsteigend 30–70 cm lang, am Halmgrund sind die Blattscheiden häutig und bräunlich zerfasert mit weißlichen Längsrippen.

Blütenstand

Eine lockere, aufrechte, etwas überhängende Doppeltraube oder Rispe. Untere Stufe der Hauptachse hat je 2 Seitenäste. Nur zur Blütezeit ausgebreitet, sonst zusammengezogen. Ährchen sind lanzettlich und oft violett gefärbt. Je Ährchen 4–6 Blüten, Deckspelzen meist kurz begrannt.

Frucht

Meist 4–6 mm lange Spelzfrucht, Deckspelze an den Rändern kurze Härchen und Spitzengranne, die dunkle Karyopse durchscheinend, das 1–2 mm lange Stielchen oben knopfförmig verdickt. Das TKG beträgt 1–1,5 g. Karyopse dunkelbraun mit Bauchfurche.



© Deutsche Saatveredelung AG 2019