
Das
Saatgut, das von der Mutterpflanze geerntet wird (F1), wird im Gewächshaus oder im Freiland
ausgesät. Die sogenannten F2-Pflanzen, die sich aus dem Saatgut der F1-Pflanzen entwickeln, sind
für den Züchter sehr interessant, da diese Pflanzen nach den Mendelschen Regeln in ihren
Eigenschaften aufspalten. D.h. an ihnen werden die unterschiedlichen Eigenschaften der Mutter- und
Vaterpflanzen in den verschiedenen Kombinationen sichtbar.
Unter den F2-Pflanzen werden die Pflanzen selektiert, die, wie in unserem Beispiel, die hohe
Ertragsleistung der Mutterpflanze und die Resistenz der Vaterpflanze aufweisen. Diese F2-Pflanzen
werden geselbstet, d.h. es wird eine Isolationstüte über die Knospen der Pflanzen gestülpt. Damit
wird verhindert, dass fremder Pollen von außen an die Pflanze gelangt und unerwünschte Gene
einkreuzen. Mit dieser Selbstung bleibt die genetische Information der geselbsteten Mutterpflanzen
in der Nachkommenschaft erhalten.
Das Saatgut der eingetüteten F2-Pflanzen wird ausgesät. Innerhalb der Prüfparzellen werden
wiederum die Pflanzen selektiert und eingetütet, die den gewünschten Zuchtzielen am ehesten
entsprechen. Dieser Schritt wiederholt sich in den folgenden Generationen.
Ziel der Selektionsarbeit ist es, Pflanzen zu finden, die den gewünschten Zuchtzielen am
ehesten entsprechen und diese Eigenschaften auch stabil weiter vererben. In diesen frühen Stadien
der Züchtung werden zunächst hauptsächlich Resistenzen, Qualitäten oder andere ackerbauliche
Eigenschaften als Selektionskriterien genutzt. Ertragsdaten werden in späteren Generationen für die
jeweiligen Parzellen erhoben. In diesem Züchtungsstadium sind im Rahmen der hier vorgestellten
Pedigree-Methode die verantwortlichen Gene in den Nachkommen (= Linien) soweit fixiert, dass eine
mehrjährige und mehrortige Leistungsprüfung verlässliche Ergebnisse verlässliche Daten zur
Leistungsfähigkeit dieser Linien liefert.