
Etwa im 5. Jahr werden die Nachkommen der selektierten Pflanzen als Linien in größeren Parzellen
ausgedrillt. Innerhalb der Parzellen wird weiterhin gezielt auf die gewünschten Sorteneigenschaften
selektiert, zusätzlich aber auch auf Homogenität. D.h. Pflanzen, die innerhalb der Parzelle vom
"Bild" der potenziellen Sorte abweichen, z.B. durch Wuchshöhe oder Blühverhalten, werden entfernt.
Außerdem können mit der Anlage von größeren Parzellen Ertragsprüfungen durchgeführt werden.
Diese Ertragsprüfungen finden nicht mehr nur auf den Feldern einer Zuchtstation statt, sondern die
potentiellen Sortenkandidaten werden an mehreren ausgewählten Standorten in Deutschland,
möglicherweise auch im Ausland, ausgesät und geerntet. Auch in der nächsten Generation finden
weitere Ertragsprüfungen statt. Hier werden die besten Sortenkandidaten wiederum in Parzellen an
mehreren klimatisch unterschiedlichen Standorten angebaut und beerntet. Nur der beste oder die
besten Sortenkandidaten gelangen in die nächste Generation. Parallel dazu wird die erste Vermehrung
der besten Sortenkandidaten angelegt, gleichzeitig wird nochmals eine mehrortige Leistungsprüfung
durchgeführt. Sie dient der Absicherung der Ergebnisse und weiteren Beurteilung der
Leistungsstabilität der Sortenkandidaten unter verschiedenen Umwelteinflüssen, die sich in Folge
von Witterungs-, Boden- und sonstigen Orts- und Jahresunterschieden ergeben.
Der oder die besten Sortenkandidaten gehen dann in die Prüfungen des Bundessortenamtes zur
Anmeldung als neue Sorte. So bleiben von den vielen, anfänglich im Gewächshaus aus unfangreichen
Kreuzungen hervorgehenden Nachkommen oftmals nur einige wenige Sortenkandidaten übrig, die gut
genug für eine Sortenanmeldung sind
In den letzten Jahren hat die Entwicklung von Liniensorten im Raps deutlich an Bedeutung
verloren, in zunehmenden Maße werden rmehrheitlich vor allem Hybridsorten entwickelt und zur
Anmeldung gebracht.