
Die Produktion von Biogas ist zu einer interessanten Produktionsalternative in der Landwirtschaft geworden. Dabei werden in der Regel der Gülle Kofermente zugemischt. Diese Kofermente entstammen häufig Futterbaukulturen. So gilt insbesondere der Mais- aber auch der Grassilage das Interesse der Produzenten. Bei der Produktion von Maissilage für Biogasproduktion steht nach bisherigem Kenntnisstand in erster Linie der Trockenmasseertrag/ha an oberster Stelle, während Qualitätsfaktoren wie Stärkegehalt oder Energiekonzentration noch nicht ausreichend bewertet sind. Im Gegensatz zur Futternutzung kann eine Biogasmaissilage daher auch mit niedrigeren TS-Gehalten bereitet werden. Der Praktiker kann also auf seinen Standorten Maissorten späterer Reife wählen, die in der Lage sind, auch im Spätherbst noch Massezuwachs zu realisieren. Wir empfehlen daher für den Anbau von Biogas Maissorten zu wählen, die um ca. 30 Reifepunkte über den für den Standort geeigneten Silomaissorten liegen. Dabei ist aber unbedingt darauf zu achten, dass solche Sorten auch über eine gute Standortanpassung (Jugendentwicklung, Trockentoleranz, HTR-Resistenz) verfügen, damit dieser Mehrertrag auch realisiert werden kann. In Zukunft kann die Züchtung durch die Kombination späterer Ertragssorten mit klimaadaptierten Qualitätssorten weitere leistungsfähige Hybriden für die Gasproduktion bereitstellen.
Auch Gras interessant!
Neue Fruchtfolgen sind für die Biogasproduktion interessant. Hier eröffnen sich
Möglichkeiten, neben dem klassischen Anbau von Silomaishybriden zusätzliches Gas über den Anbau von
Gräsern zu produzieren. Beachtenswert ist die Kombination von überwinterndem Welschen Weidelgras
als Vorfrucht zu Mais. Bei einem Ertrag von ca.60 dt/ha Trockenmasse im 1.Schnitt und einem
kalkulierten Ernte- und Konservierungsverlust von 15% sollte es gelingen, 5 t OTS/ha in den
Fermenter einzubringen. Damit lassen sich zusätzliche Methangaserträge von ca.1.500 m3
realisieren.In Kombination mit nachfolgendem Mais können so Gaserträge von mehr als 9.000 m3/ha
"geerntet" werden. Diese Zahl hängt sicherlich von den klimatischen Gegebenheiten in den einzelnen
Anbauregionen Deutschlands ab. Hier sind die theoretisch für den Mais zur Verfügung stehende
Wärmemenge sowie vor allem die Wasserversorgung zu nennen.
DSV-Empfehlung Biogas
Bezug nehmend auf die obigen Ausführungen und unter Voraussetzung der einzelbetrieblichen
Wirtschaftlichkeitsberechnung empfiehlt die DSV für geplante Biogasfruchtfolgen mit Mais die
Vornutzung durch Welsches Weidelgras der Sorten FABIO oder TARANDUS. Diese sollten nach Gerste
oder Weizen mit 45 kg/ha gesät werden.
Eine futterbauliche Vornutzung im Herbst ist bei früher Aussaat möglich. FABIO und TARANDUS
sind tetraploide Sorten, die in offiziellen Versuchen sehr gute Leistungen erbracht haben und auch
für den Futterbau empfohlen sind. Für Biogas ist das erste Auswahlkriterium ein hoher Ertrag. Beide
Sorten liegen in ihrer Ertragsverteilung mit einem hohen Ertrag besonders im ersten Schnitt im
Idealtyp der für Maisvornutzung geeigneten Sorten.