
Getreide hat einen Schwefelbedarf von 25 - 30 kg S/ha. Schwefel ist ähnlich wie Stickstoff in organischer Form im Humus gebunden und erst nach der Mineralisation als Sulfat pflanzenverfügbar. Die Schwefelmineralisation ist neben der Temperatur und Feuchtigkeit auch von der Durchlüftung des Bodens abhängig. Auf strukturgeschädigten Böden ist die Schwefelnachlieferung stark eingeschränkt und die Wurzelentwicklung und damit das Aneignungsvermögen der Getreidepflanzen reduziert. Hohe Niederschläge führen zur Auswaschung von im Bodenwasser gelösten Schwefel. Insbesondere auf leichten Sandböden oder humusarmen, flachgründigen Standorten kann Schwefelmangel auftreten. Einem höheren Risiko für Schwefelmangel ist auch der Stoppelweizen ausgesetzt. Eine Erhebung der Landwirtschaftskammer Hannover aus dem Jahr 2004 zeigte, dass nur ca. 40% der Stoppelweizenbestände ausreichende Schwefelgehalte im Boden aufwiesen. Nach Raps oder Rüben waren hingegen 80 -90% der Weizenflächen ausreichend versorgt.