Nachsaat
Mit der Nachsaat zur Reparatur der Grasnarbe werden gleichzeitig mehrere Probleme gelöst:
- Narbenschäden, die durch Tritt oder Futterschnitt während der vergangenen nassen Witterung
entstanden sind, werden behoben
- Ausbreitung unerwünschter Gräser oder Kräuter wird verhindert
- Verbesserung der Futterqualität durch Erhöhung des Anteils energiereicher, hochverdaulicher
Gräser
- Ertragssteigerung
- Effizientere Ausnutzung der Nährstoffe
- Preiswert durchzuführende Maßnahme
Technik
Für die Nachsaat werden in der Regel Spezialmaschinen sowie spezielle Grasschlitzschuhe für
Drillmaschinen eingesetzt. Es können auch betriebsübliche Drillmaschinen mit Rollscharen zum
Einsatz kommen. Wichtig ist eine Saattiefe von 1-2 cm.
Aussaattermin und Aussaatstärke
- zu Vegetationsbeginn bis Mitte April (in Kahlfrost- und Mittelgebirgslagen zu empfehlen)
- Ende Juli bis Mitte September (geringe Konkurrenz der Altnarbe)
- Aussaatstärke: 25 kg/ha
Auf Moorböden sollte jährlich vorbeugend eine Nachsaat erfolgen. Die Mischung kann mit bis zu 15
% Lieschgras aufgemischt werden.
Wichtige Hinweise für das Gelingen einer Nachsaat
Entscheidend für das Gelingen einer Nachsaat ist eine möglichst geringe Konkurrenzkraft der
Altnarbe und eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit. Alle Bewirtschaftungsmaßnahmen vor und nach der
Nachsaat sind hierauf auszurichten.
- Nachsaat nur in kurze Altnarbe, verfilzte Narben vorher u. U. mehrmals mit Hackstriegel oder
Netzegge aufreißen, Bestand sollte ca. 20 % Lücken aufweisen.
- Bei hohem Unkrautbesatz (z.B. Löwenzahn, Ampfer, Brennnesseln) vorher selektives Herbizid
einsetzen.
- Ein Walzenstrich im Anschluss an die Nachsaat ist unerlässlich, denn mit diesem Arbeitsgang
wird erreicht, dass das Saatgut Bodenkontakt und Anschluss an das Bodenwasser erhält. Der
Walzenstrich sollte bei leicht feuchten Bedingungen erfolgen. Wichtig ist langsames Walzen, leicht
schräg zur Saatrichtung.
- Die erste Nutzung sollte frühzeitig durchgeführt werden, da die jungen Gräser sehr
lichtbedürftig sind. Optimal ist eine Beweidung, bei Schnittnutzung sollte die Schnitthöhe 5 cm
betragen. Mit einer frühen Nutzung wir das Überleben, die Bestockung und die Entwicklung der
Nachsaat gefördert.
- Aufgelaufenes Unkraut frühzeitig chemisch oder bei einer Wuchshöhe von ca. 15 cm mit
Schröpfschnitt entfernen.
- Beweidung oder Befahren bei zu nassen Bodenverhältnissen vermeiden.
- Die N-Düngung der Nachsaat zum folgenden Schnitt sollte verringert werden, um das Wachstum der
Altnarbe nicht zu sehr anzukurbeln. Es besteht ansonsten die Gefahr, dass die keimenden
Jungpflanzen durch Beschattung und damit verbundenen Lichtmangel absterben.
- Es sollte keine Gülledüngung nach dem Auflaufen der Jungpflanzen durchgeführt werden
(Verätzungs- und Abdeckungsgefahr).
Saatgutmischungen
Verwenden Sie nur leistungsstarkes Saatgut von höchster Qualität. COUNTRY - Grünlandmischungen
liefern Ihnen diese Qualität. Bewährte Spitzensorten in einer sachgerecht aufeinander abgestimmten
Zusammenstellung der Mischungspartner sind der Garant für die von Ihnen geforderte
Saatgutqualität.
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