Düngung

Stickstoffdüngung

Die Höhe der Stickstoffdüngung hängt von der Zusammensetzung der Narbe, von der Art der Nutzung und von der Versorgungsstufe des Bodens ab. Aus zahlreichen Praxisbeobachtungen und Untersuchungen geht hervor, dass auf dem Grünland nicht selten ein krasses Missverhältnis zwischen Höhe der N-Düngung und der Nutzungshäufigkeit besteht. Dies trifft sowohl für die Weide- als auch für die Schnittnutzung zu. Nicht selten findet man Betriebe, die durch eine intensive Stickstoffdüngung Höchsterträge erzwingen wollen, andererseits aber ihre Bestände nicht rechtzeitig und häufig genug nutzen.

Durch Veränderung der Stickstoffmenge und des Düngezeitpunktes lässt sich die Weidereife bzw. die Schnittreife beschleunigen oder verzögern, so dass der Futterzuwachs auf der Weide steuerbar wird. Bei der Bemessung der Stickstoffdüngung für Grünland sollten (neben der Nutzungshäufigkeit) auch folgende Faktoren berücksichtigt werden:

  • die natürliche Ertragsfähigkeit des Standortes
  • die Wasserversorgung des Standortes
  • die Art der Nutzung (Weide- oder Schnittnutzung) und
  • der Humusgehalt des Bodens

Für den überwiegenden Teil unserer Grünlandflächen dürfte der wirtschaftlich lohnende N-Aufwand nicht höher als 250-300 kg N/ha im Jahr liegen. Diese Menge ist auch nur dann lohnend, wenn die Verwertung des Futters durch Milchvieh erfolgt und somit einen hohen Veredelungswert aufweist. Bei weniger wettbewerbsstarken Produktionsverfahren, wie Rindermast, -aufzucht, Schafhaltung u.a., liegt die wirtschaftliche N-Menge vielfach kaum höher als 150 bis 200 kg N/ha.

Jahresstickstoffmengen von mehr als 300 kg N/ha sind normalerweise unwirtschaftlich. Sie lohnen nur bei außergewöhnlich guten Standortverhältnissen und Pflanzenbeständen. Schwierige Standorte, insbesondere Moore, erlauben häufig nur eine extensivere Nutzung und damit nur eine mäßige Stickstoffdüngung. Auf Hochmoor sollte die Düngung 200-250 kg N/ha und Jahr nicht übersteigen, um die Moorzersetzung zu begrenzen und die Tragfähigkeit der Narbe zu erhalten.

Etwa 50 % davon sollten zur ersten Schnittnutzung gegeben werden, weil Moorböden im Frühjahr lange kalt und biologisch träge sind und einen hohen Mineral-Stickstoffbedarf haben. Auf Niedermoorstandorten lohnt sich eine Stickstoffdüngung normalerweise nur im Frühjahr. Zu späterer Jahreszeit reicht der bodenbürtige Stickstoff für die Ertragsbildung weitgehend aus. Auf leichten oder auch flachgründigen Böden liegt die wirtschaftlich sinnvolle N-Menge bei 200-240 kg N/ha und Jahr. Auf solchen Standorten, aber auch in Lagen mit ungünstiger Niederschlagsverteilung, ist eine frühjahrsbetonte Stickstoffdüngung besser als eine sommerbetonte. Dies gilt auch für Flächen, die der Winterfutter-Gewinnung dienen. Für die überwiegende Mehrzahl der Grünlandflächen hat bei Schnittnutzung eine frühjahrsbetonte Stickstoffdüngung eindeutige Vorteile, weil die normalerweise zu dieser Jahreszeit ausreichende Wasserversorgung besser ausgenutzt werden kann.

Gülledüngung

Gülle sollte als flüssiger Mehrnährstoffdünger genauso gezielt eingesetzt werden wie Mineraldünger. Das heißt, an die Ausbringung und die Verteilgenauigkeit müssen die gleichen hohen Anforderungen gestellt werden wie bei Mineraldünger. Gerade die mangelhafte Verteilung ist häufig Ursache für Narbenschäden.

Um Verätzungen und zu starke Abdeckungseffekte zu vermeiden, sollte die Narbe bei der Ausbringung möglichst wenig Blattmasse entwickelt haben. Das ist der Fall bei Anwendungsterminen zu Beginn der Vegetation und jeweils unmittelbar nach der Nutzung. Ein wirksames Mittel zur besseren Stickstoffverwertung der Gülle ist die Verdünnung mit Wasser (1:0,5 bis 1:1,0).

Ziel einer ordnungsgemäßen Gülledüngung muss eine möglichst hohe pflanzenproduktive Verwertung der Güllenährstoffe, besonders des Stickstoffs sein. Hier hilft ein Wasserzusatz, um mögliche Abdeckungseffekte durch feste Bestandteile aus der Gülle zu senken. Außerdem wird die Ausnutzung des Güllestickstoffs wesentlich verbessert.

Die mineralische Ergänzungsdüngung zur Gülledüngung ist aus ertraglicher Sicht notwendig, weil der Stickstoffbedarf des Grünlandes aus der Gülledüngung nicht allein gedeckt werden kann. Eine durchschnittliche Güllegabe von 25 m³/ha Rindergülle liefert etwa 50 kg/ha pflanzenverfügbaren Nitrat-Stickstoff. Eine mineralische Ergänzungsdüngung in Höhe von 40-50 kg N/ha bietet sich daher zur Ausschöpfung des vollen Ertragsvermögens für Schnittflächen an.

Aus tierhygienischen Gründen sollte Gülle vorzugsweise auf Schnittflächen ausgebracht werden. Um Überdüngung und Ätzschäden zu vermeiden, sollte bei Rindergülle die Höchstgabe pro Aufwuchs 25 m³/ha nicht überschreiten. Zur Vermeidung von Narbenschäden hat es sich bewährt, die Gülle bei trübem, regnerischem Wetter auszubringen und den angetrockneten Gülleschleier einige Tage nach der Ausbringung durch Abschleppen zu beseitigen. Die Ausnutzung des Güllestickstoffs hängt stark von der Jahreszeit und von den Wetterbedingungen zur Zeit der Ausbringung ab. Günstige Ausbringungsbedingungen sind trübes Wetter und ein feuchter, aber trotzdem gut befahrbarer Boden.

Grunddüngung

Für eine gute Grundfutterleistung des Milchviehbestandes sind aber auch der Magnesium-, Natrium-, Kalium- und Schwefelgehalt im Futter verantwortlich. Regelmäßige Bodenuntersuchungen über mehrere Jahre hinweg zum gleichen Zeitpunkt geben einen Einblick in die Versorgung (bei der Entnahme von Bodenproben ist im Gegensatz zum Ackerbau auf eine höhere Einstichzahl zu achten; ca. 40 Einstiche/ha).

Magnesium

Magnesium ist als Baustein des Chlorophylls für die Pflanzen lebensnotwendig. Beim Rind kann Magnesiummangel, vor allem zu Beginn der Weidezeit, Ursache der Weidetetanie sein.

atrium

Natrium ist für den gesamten Stoffwechsel der Tiere notwendig und wird besonders günstig im gesamten Nährstoffhaushalt eingebunden, wenn es mit dem Grundfutter aufgenommen wird. Gleichzeitig erhöht Natrium die Schmackhaftigkeit des Futters. Natriummangel bewirkt bei Kühen eine längere Zwischenkalbezeit, schlechtere Besamungsergebnisse, Gebärmutterentzündungen und Eierstockzysten. In der Pflanze reguliert Natrium den Wasserhaushalt und erhöht die Trockentoleranz.

Vor allem die leichten Sandböden und kalkfreien Böden sind arm an Magnesium und Natrium. Deshalb sollten diese Standorte mittels Bodenuntersuchung auf ihre Gehalte untersucht werden. Auf Natriummangelböden kann Natrium allerdings nicht auf Vorrat gedüngt werden, da es leicht ausgewaschen wird. Die Düngung mit Magnesium und Natrium soll in erster Linie die Gehaltswerte im Futter anheben. Der Natriumgehalt des Futters hängt aber auch von der botanischen Zusammensetzung des Pflanzenbestandes ab. Bei weidelgras- und weißkleereichen Pflanzenbeständen gelingt es, den Natriumgehalt anzuheben. Bei kräuterreichen und weidelgrasfreien Beständen ist immer mit einem zu niedrigen Na-Gehalt im Futter zu rechnen. In diesem Fall ist auf eine ausreichende Natrium-Beifütterung zu achten. Bei Magnesium wie Natrium ist eine Feststellung der Gehalte im Boden durch eine Bodenuntersuchung sinnvoll. Hier ist eine mittlere Versorgungsstufe anzustreben.

Kalium

Kalium hat wichtige Funktionen im Stoffwechsel der Pflanze. Dazu gehören:

  • fördert die Kohlenhydratbildung
  • festigt die Zellwände
  • verringert die Krankheits- und Schädlingsbefall
  • verbessert die Frostresistenz

Bei einer 4-5 maligen Schnittnutzung entzieht ein Pflanzenbestand ca. 300-350 kg/ha K. Daher ist eine ausreichende Kalium-Versorgung wichtig.

Schwefel

Schwefel ist ein wichtiger Baustein in der Pflanze. Er ist am Aufbau von Aminosäuren, Eiweißen, Kohlenhydraten, Vitaminen und wachstumsfördernden Enzymen beteiligt. Die Mangelsymptome des Schwefels sind mit denen des N-Mangels zu vergleichen. Eine Vorratsdüngung ist aufgrund der Auswaschung nicht durchführbar.

Um hohe Grünmasseerträge einfahren zu können, verlangt der Grasbestand bei reiner Schnittnutzng ca. 40-50 kg/ha S. Da die Einträge aus der Luft in den vergangenen Jahren deutlich verringert wurden, ist eine S-Düngung mit schwefelhaltigen Stickstoffdüngern, Kainit oder 40 er Korn Kali angebracht. Gülle enthält nur ca. 0,5 kg/m³ S, im Boden werden nur 10-20 kg/ha S pro Jahr mineralisiert und sind somit pflanzenverfügbar.



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