
Maisanbau kann auf manchen Standorten trotz sachkundiger Produktionstechnik zu Problemen führen. Hier sind in erster Linie Erosion, Stickstoffausträge und Bodenverdichtungen bei der Ernte zu nennen. Eine Minderung dieser unerwünschten Effekte lässt sich durch Untersaaten von Gräsern in den Maisbestand erreichen. Gräser sind in der Lage, durch ihr dichtes Wurzelwerk, Boden zu binden und Erosionsvorgänge zu vermeiden. Idealerweise wird zum Erreichen dieses Zieles zwar vorwiegend das Mulchsaatverfahren angewendet, die Untersaat ist hier aber eine sinnvolle Ergänzung. Die starke Durchwurzelung des Bodens stabilisiert das Bodengefüge. Bei schlechten Erntebedingungen hilft eine gut entwickelte Untersaat so, Bodenstrukturschäden zu vermeiden.
Die besonderen Stärken der Gräser liegen in der hohen Stickstoffbindung. Nach der ersten
N-Mineralisation in den Monaten Juni/Juli, unterstützt durch mineralische und orgranische
Düngungsmaßnahmen, die vom Mais in hervorragender Weise in Masseproduktion umgesetzt wird, folgt im
Herbst in der Regel ein zweiter N-Schub. Da hier die Maispflanze bereits in die Abreife übergeht,
besteht die Gefahr des N-Austrages in das Grundwasser. Unter Mais angesäte Gräser sind zu diesem
Zeitpunkt aber noch in der Lage, einen Großteil dieses Stickstoffes zu binden und in Pflanzenmasse
umzusetzen. Nach Umbruch des Grases wird dieser Stickstoff wertvoller Nährstoff für die
Folgekultur.
Mais gehört zu den konkurrenzempfindlichen Arten, das heißt die Anlage einer Untersaat muss
so erfolgen, dass unter allen (Witterungs)-Bedingungen das Erwachsen einer Konkurrenz zur
Hauptfrucht Mais verhindert wird. Daher wird eine Untersaat erst eingesät, wenn der Mais bereits
einen deutlichen Wachstumsvorsprung hat. Zwei Verfahren zum Etablieren einer Untersaat haben sich
bewährt:
Untersaaten bieten auch nach der Maisernte Vorteile. Hier ist eine Nutzung als
Zwischenfrucht, Brachebegrünung, Substrat für Biogasanlagen oder bei entsprechender
Entwicklung als Herbstweide möglich. Das Welsche Weidelgras kann u. U. als Hauptfruchtfutter im
folgenden Jahr genutzt werden.